Bringen wir es direkt auf den Punkt: Der Idealfall ist nicht entweder Instagram oder entweder eine Website, sondern eine Mischung aus beidem. Dieser Beitrag richtet sich vor allem gegen all jene, die hinausposaunen, man bräuchte heute keine Website mehr (und die dann aber selbst trotzdem eine haben).

Sinnbild für Website vs. Social Media


Aussagen wie „Mit Instagram brauchst du keine Website“ sind extrem problematisch. Weil damit suggeriert wird, dass jede*r auf Instagram verkaufen könne. Was dabei aber vergessen wird: Nicht jede Persönlichkeitsstruktur ist dafür geschaffen.

Dauernd präsent zu sein, dauernd Storys zu machen. Instagram kann ganz schnell zu ganz viel Stress führen. Alles schreit und blinkt, will Aufmerksamkeit. Die Gefahr ist groß, sich davon negativ beeinflussen zu lassen. Und das ist ein Strudel, der vor allem abwärts führt, wenn du dich allein auf Instagram konzentrierst.

Die Website als Ort der Kontemplation

Du fühlst hier nicht diesen Druck, es geht gelassener zu (natürlich nur, wenn du weißt, worauf es bei einer Website ankommt). Und gerade introvertierten Menschen bietet eine eigene Website eine wunderbare Möglichkeit, der eigenen Expertise ohne Getöse Ausdruck zu verleihen. Du kannst hier mit deinen Inhalten derart in die Tiefe gehen, wie es auf Instagram gar nicht möglich wäre.

Schauen wir uns also einmal ganz konkret die Unterschiede an. Und ja, ich gebe zu, es sind alles Unterschiede, die die Vorteile einer Website hervorheben. 😛

1. Website = dein Zuhause

Alles, was du in den Sozialen Medien oder speziell auf Instagram postest, sind kleine Content-Häppchen. Die haben deine Follower schon beim Runterschlucken wieder vergessen. Und ja, trotz Speicherfunktion. Denn da warten noch ganz viele andere Häppchen – und die sind nicht von dir, sondern von deinen unzähligen Mitbewerbern.

Auf deiner Website gibt es dagegen den ganzen, vollständigen Content. Potenzielle Kund*innen nehmen sich hier bewusst Zeit zum Lesen. Bei Instagram wirst du nie so viel Aufmerksamkeit generieren können, alles ist dort flüchtig und nicht greifbar.

Genau darum geht es aber auf deiner Website: Dass sich Interessent*innen mit deinen Produkten und Dienstleistungen intensiv auseinandersetzen können. Gerade wenn du nicht die Geizhälse anziehen willst, sondern Kund*innen, die dir auf Augenhöhe begegnen und die ohne Nörgeln deine Preise zahlen.

2. Langfristige Reichweite

In den sozialen Netzwerken buhlen alle um Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich gibst auch du dir wahnsinnig viel Mühe mit deinen Posts. Aber: Bereits nach wenigen Stunden sind die im Nirwana verschwunden. Die Wertigkeitsdauer ist sehr gering und nur ein Bruchteil deiner Follower sieht diese Posts überhaupt. Nachhaltigkeit sieht anders so.

Nämlich so: Auf deiner Website kommen deine Wunschkund*innen zu dir, weil deine Inhalte like a diamond durch die Suchmaschinen strahlen. Und das auch noch nach Jahren. Du erzeugst also ganz still und leise Aufmerksamkeit. Und ziehst nur die Menschen an, die sich wirklich für deine Inhalte interessieren.

3. Deine Website gehört dir

Wir sollten uns alle klar machen, dass Instagram definitiv andere Interessen verfolgt als wir selbst. Instagram will seine Nutzer*innen vor allem auf der Plattform halten, damit wir fleißig Werbung konsumieren und die Plattform Geld scheffelt. Wir sollen von einer Story zur nächsten wischen und so viel wie möglich konsumieren: Es geht nicht darum, dass jemand auf deinem Feed bleibt und sich hochkonzentriert dein Angebot zu Gemüte führt.

Und weiter: Was ist mit deinen Followern, die dir nicht gehören? Macht die Plattform dicht oder ändert sich der Algorithmus stehst du plötzlich ziemlich alleine da.

Das wird dir mit einer Website nicht passieren. Niemand kann dir hier deinen hart erarbeiteten Experten-Status wieder wegnehmen. Du kannst eine E-Mail-Liste aufbauen – mit Interessent*innen, die wirklich an deinem Angebot interessiert sind.

4. Mach mal eine Pause

Instagram lebt davon, dass wir rund um die Uhr aktiv sind. Nicht immer sind wir jedoch in der Laune uns bei Social Media zu präsentieren.Wenn du also ein Tief hast oder einfach mal Urlaub brauchst: Lass deine Website in dieser Zeit für dich arbeiten.

Das funktioniert natürlich nur, wenn du zum Beispiel einen Blog hast, den du regelmäßig befüllst und über den du gefunden wirst. Eine Website, die nur als Visitenkarte fungiert, wird sich eher nicht in eine Akquisemaschine verwandeln. 😉

5. Höhere Verkaufschancen

Es ist so logisch und doch wird dieser Punkt gerne vergessen: Wer über Google oder Ecosia zu deiner Website findet, hat ein ganz bestimmtes Problem und sucht nach einer Lösung. Diese Person ist also intrinsisch motiviert, das heißt von innen heraus. Dein Angebot kommt also wie gerufen!

Auf Instagram dagegen bekommen wir alles präsentiert, ohne überhaupt danach gefragt oder gesucht zu haben. Der Bedarf muss hier oft erst einmal geweckt werden. Was denkst du, welche User*innen sind eher geneigt zu kaufen?

6. Dein Content ist für ALLE verfügbar

Auch wenn das einige nicht glauben wollen, weil sie den ganzen Tag in den Sozialen Medien abhängen: Nicht jede*r nutzt Instagram. Ich kenne viele, die finden Instagram sogar richtig furchtbar. Hast du eine Website und steht dein Content allen frei zur Verfügung, grenzt du niemanden aus und erreichst exakt diejenigen, für die dein Angebot von Nutzen ist.

7. Du brauchst ein Impressum

Ob du willst oder nicht, sobald du Instagram geschäftlich nutzt, bist du zu einem Impressum verpflichtet. Dazu brauchst du eine Website. Und da reicht auch nicht die Aussage: „Ich habe ja nur ein Creator Profil“. Bitte informiere dich und verbreite keine Unwahrheiten. Das ist keine Kleinigkeit, die du einfach ignorieren kannst.

8. Branding-Freiheiten

Stell dir vor, dein Geschäft ist in einem McDonald’s untergebracht: Keine schöne Vorstellung, oder? Genauso verhält es sich aber mit Instagram und deinem Angebot, wenn du keine Website hast. 😛

Auf Instagram sind deine Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt: Die Plattform setzt die Rahmenbedingungen und du hast dich gefälligst anzupassen. Auf deiner Website kannst du jedoch alles nach deinem Branding gestalten: Angefangen bei den Farben, über die Schriften bis hin zum Logo und deinen Bildern. Hier kannst du dich wirklich von deinen Mitbewerbern abheben.

9. Kund*innen wollen wissen: Who the fuck are you?

Viel Platz hast du in deiner Instagram-Bio nicht, um dich vorzustellen. Die Über-mich-Seite auf einer Website wird nach der Startseite am häufigsten angeklickt. Interessent*innen wollen einfach mehr über die Person hinter dem Angebot erfahren. Wer bist du, was ist deine Geschichte und was für Werte hast du? Weniger ist mehr, trifft hier nicht zu. Wir wollen uns gerne mit anderen verbinden, dazu brauchen wir Informationen, die Hand und Fuß haben.

Wenn du gewisse Preise abrufst, ist es wichtig tiefer gehende Inhalte anzubieten. Eine Kundin erzählte mir, dass sie sich meine komplette Website durchgelesen hätte. Das ist sicherlich nicht die Regel, aber dadurch wurde ihr klar, dass sie mit mir zusammenarbeiten möchte.

Und ich selbst wiederum weiß: Eine Interessentin, die sich alles durchliest und sich damit identifizieren kann, mit der kann ich mich ebenfalls identifizieren. Mit deiner Website kannst du eben auch selektieren: Wer passt zu mir und wer nicht, das passiert ganz subtil über deine Texte.

10. Eine Website schafft Vertrauen

Nichts schafft so sehr Vertrauen, wie eine Website. Ich habe im ersten Punkt schon geschrieben, dass es auf Instagram immer nur kleine Häppchen gibt. Das reicht nicht für einen vollständigen Eindruck. Im Gegenteil, der Eindruck bleibt immer bruchstückhaft.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, aber: Jemand, der oder die keine Website hat, ist für mich weder professionell noch vertrauenswürdig. Die Person hat sich dann einfach nicht die geringste Mühe gegeben. Ich würde allein schon deswegen nie, nie, nie bei ihr kaufen. Und da ich kein Alien bin, vermute ich mal, dass das viele andere genauso sehen. 👽

Fazit

Wenn du ein Online Business hast, dann brauchst du eine Online Basis. Wie könnte das nicht deine eigene Website sein? Ein Ort, der dir gehört und über den du bestimmst. Ohne Website bist du für deine potenziellen Kund*innen einfach nicht greifbar.

Mal ehrlich: Willst du dein Haus auf einem fremden Grundstück bauen?

„Ja, Instagram ist aber viel einfacher“, sagst du jetzt. Mimimi. Das ist aber ein Trugschluss: Es reicht nicht, einfach irgendeinen Beitrag hochzuladen. Und du postest auch nicht nur einmal in der Woche. Am Ende brauchst du für ein paar Posts genauso lange wie für einen Blogbeitrag. Letzterer bringt dir jedoch auch noch nach Jahren Traffic und Kund*innen, insofern er natürlich den gewünschten Mehrwert liefert.

Und nein, ich sage nicht, du brauchst sofort von Anfang an eine Website und die muss dann auch noch tippitoppi sein. Tatsächlich finden wir oftmals erst mit der Zeit heraus, was wir und auch was unsere Kund*innen wirklich wollen. Aber spätestens dann wird eine Website sowas von relevant.

Mit einer Website bleibst du flexibel

Noch ein letzter Hinweis: Wenn sich dein Unternehmen in eine andere Richtung entwickelt, du zum Beispiel eine neue Domain wählst, dann kannst du einfach umziehen und deine Kund*innen mitnehmen. Aber beweg mal deine Follower auf Instagram dazu, deinetwegen die Plattform zu wechseln, weil jetzt gerade wieder mal ein anderes Netzwerk angesagt ist. Good luck!

Sowohl Social Media als auch deine Website sind wichtig: Mit Instagram holst du die Menschen auf deine Website, um sie dort in Kund*innen zu verwandeln. Hast du jedoch keine Website, wirkt das unter Umständen, je nach Zielgruppe, nicht gerade seriös.

Da hat dann entweder jemand etwas zu verbergen oder ist einfach zu faul gewesen, Kund*innen echten Mehrwert zu bieten und sie mit den Informationen zu versorgen, die sie wirklich brauchen.

Wofür entscheidest DU dich? Verrats mir in den Kommentaren.