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Über-mich-Seite: Vorher und Nachher mit Jessica Roussel

2 Aug 2020 | 0 Kommentare

Jessy ist Content Coach und unterstützt selbstständige Frauen dabei, eine Strategie für ihren Content zu entwickeln, damit sie auf ehrliche und nachhaltige Weise Kund*innen gewinnen.

Sie hatte schon eine Website mit Texten, war aber nicht zufrieden. Weder die Startseite noch die Über-mich-Seite waren besonders aussagekräftig und spiegelten auch nicht ihre Persönlichkeit wider. Eine Angebotsseite fehlte komplett, weil sie noch gar kein Angebot hatte.

Wir haben also noch einmal ganz bei null angefangen und auch gleich ein Angebotskonzept für sie entwickelt. Cara hatte bei mir nur einen Website-Check gemacht, falls dich das Vorher Nachher dazu interessiert. Jessy dagegen hat bei mir das ganze Textcoaching absolviert und die Transformation könnte nicht schöner sein.

In diesem Beitrag möchte ich kurz auf den Aufmacher auf ihrer Startseite eingehen, um mich dann auf ihre Über-mich-Seite zu konzentrieren. Diese Seite habe ich bislang in meinem Blog mehr oder weniger ignoriert: Warum erfährst du ebenfalls in diesem Beitrag.

1.1 Startseite: Aufmacher – Vorher

 

Okay, let’s start: Verdienen wir nicht alle viel mehr Leben? Diesen Satz sagt ein ganz bestimmter Typus von Mensch: Derjenige, der ungern etwas tut, sondern es sich in seiner Unzufriedenheit behaglich eingerichtet hat und da immer herum nörgelt. Und das ist definitiv nicht Jessys Zielgruppe.

Was die eigene „Botschaft“ betrifft: Die kennen viele gar nicht. Ich als Leserin kann mir darunter auch gar nichts vorstellen und muss erst einmal nachdenken.

Und um es auf den Punkt zu bringen: Was hat eine Content Strategie mit der eigenen Botschaft zu tun? Es geht mir doch vor allem darum, über die verschiedensten Kanäle neue Kund*innen zu gewinnen.

Schwierig auch die Subline: Strategie, Sichtbarkeit, Positionierung? Das sind Fachbegriffe, die nicht unbedingt ins Herz der Zielgruppe gehen.

Und dann der Button: „Lass uns starten“. Niemand wird hier sofort starten wollen. Deine Leser*innen möchten sich in der Regel erst einmal einen Überblick verschaffen.

Kommen wir aber zum absolut schlimmsten Punkt: Jessy hat hier über ihr Bild einen transparenten Filter gelegt. Das ist so, so schade! Sie zeigt sich hier, um sich gleichzeitig komplett unsichtbar zu machen. Wo ist die selbstbewusste Jessy, die andere Menschen mit ihrer positiven Energie ansteckt?

1.2 Startseite: Aufmacher – Nachher

 

Ah, hier ist sie ja! Was für ein Unterschied: Wahnsinn! Und nein, ich lobe mich hier an keiner Stelle selbst: All das ist in Jessy bereits vorhanden gewesen. Ich habe es sie nur hervorbringen lassen.

Nichts ist in der Selbstständigkeit so wichtig wie Selbstbewusstsein: Jessy strahlt hier. Das Bild elektrisiert mich und ich denke mir als potenzielle Kundin, so will ich auch sein.

Und dann der Slogan: Ein Knaller! Problem und Wunsch ihrer Zielgruppe (= selbstständige Frauen) mit wenigen Worten konkretisiert.

Stünde hier aber nur der Slogan, würden viele nur Bahnhof verstehen. Deswegen ist hier die Subline ganz wichtig (ich selbst habe zum Beispiel keine, du brauchst also nicht unbedingt eine!): Mit einem guten Gefühl verkaufen. Das ist genau das, was sich Jessys Frauen wünschen. Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit sind beides Werte von Jessy, mit denen sich auch ihre Zielgruppe identifizieren kann.

Der Button ist jetzt weniger aufdringlich und will erst einmal nur informieren: „Zeig mir mehr“. Perfekt!

2.1 Über-mich-Seite: Vorher – Einleitung


 

Wir sind jetzt auf der Über-mich-Seite und lesen diese Headline: „Schön, dass du mehr erfahren möchtest!“

Welche Wirkung löst das in dir aus? Wahrscheinlich gar keine. Der Satz weckt nicht die geringste Neugierde. Ich hatte den Abschnitt abgespeichert ohne mir zu notieren, wo er auf Jessys Website gestanden hat und musste sie gerade noch einmal fragen.

Der Text ist also absolut beliebig und nicht eindeutig zuzuordnen. Eine Website ist aber wie ein Puzzle, wo jedes Puzzleteil einen festen Platz haben sollte. Auch damit sich deine Leser*innen stets zurecht finden.

Wir sind jetzt also auf ihrer Über-mich-Seite und nach der Headline denke ich mir, dass es ja dann jetzt um sie gehen muss. Aber das ist nicht der Fall. (Übrigens würde ich diese Sätze wenn überhaupt in Fragen verwandeln.)

Zu viel Du-Anrede ist nicht immer gut

Sie geht hier nur auf ihre Zielgruppe ein. Mach dir aber bitte klar, dass deine Leser*innen auf Über-mich klicken, weil du ihnen damit ein Versprechen gibst: Mehr von dir zu erzählen. Diese Seite wird am zweithäufigsten angeklickt und oft wird dieses Versprechen nicht eingelöst. Das ist frustrierend für Leser*innen.

Auf dieser Seite kannst du wirklich aus dir herausgehen und dich zeigen. Du hast hier die einmalige Möglichkeit, die Beziehung zu deinen Leser*innen noch einmal auf ein neues Level zu heben.

Und zwar indem du wirklich über dich schreibst. Wir bekommen dann einen Eindruck von dir als Mensch und kriegen ein Gefühl dafür, ob eine Zusammenarbeit passen könnte. Nutze diese Chance unbedingt. ☺

2.2 Über-mich-Seite: Nachher – Einleitung

 

Hier ist sie, Jessy! Sie stellt sich vor und erzählt, was sie tut – dabei spricht sie ihre Zielgruppe direkt an. Das Gespräch mit ihren Leser*innen wird auch hier fortgeführt.

Und sie versetzt sich in ihre Zielgruppe hinein. Zeigt, dass sie genau weiß, was diese beschäftigt. Stellt Fragen und holt sich damit ein inneres Kopfnicken ab.

Schön auch jetzt Farben zu sehen: Alles wirkt harmonisch und sehr einladend. Kein Vergleich zu vorher.

Passend dazu folgt im nächsten Abschnitt eine wunderbare Ergänzung:

 

„Die gute Nachricht“ ist ein Textscharnier, das ich selbst gerne verwende: Wer will nicht gute Nachrichten lesen? Natürlich lese ich da weiter.

Nachdem Jessy jetzt die Beziehung zu ihren Leser*innen vertieft hat, kommt sie jetzt auf ihre eigene Geschichte zu sprechen. Aber schauen wir uns zunächst das Vorher an.

3.1 Über-mich-Seite: Vorher – Jessys Geschichte

 

Auch hier: Was sie schreibt, ist nicht falsch. Nur arbeitet der Fokus auf die Zielgruppe an dieser Stelle einfach nicht für sie. Weil ihre Erfahrungen und ihre Expertise fast komplett untergehen. Dabei ist sie eine absolute Koryphäe auf ihrem Gebiet, wie du im Nachher sehen wirst.

Sie spricht hier immer wieder ihre Kundin an, obwohl wir uns auf der Über-mich-Seite befinden: Das ist nichts anderes als Marktgeschrei, wenn auch etwas subtiler. Potenzielle Kund*innen werden hier in einer Tour an- und vollgequatscht.

Warum das nichts bringt: Weil diese Worte von außen zugeführt werden, in der Hoffnung, dass sie eine innere Wirkung hervorrufen. Unwahrscheinlich.

Würde sie stattdessen einfach von ihrer Erfahrung berichten, dann würde mich das als Leserin von innen heraus überzeugen. Das ist ein ganz anderer Weg und um mal Jessys Wording zu übernehmen: Vor allem ein NACHHALTIGER Weg.

Weil ich dann von mir aus und aus freien Stücken denke: Crass, die Frau hat ja voll die Erfahrung. Die hat es drauf! Mit der will ich zusammenarbeiten. Aber das Gespräch will natürlich auch hier fortgeführt werden. Einen langweiligen Lebenslauf will niemand lesen.

3.2 Über-mich-Seite: Nachher – Jessy Geschichte

 

Erst einmal: Was für eine geniale Headline! Wer will da nicht sofort weiterlesen? Und haben wir als Selbstständige nicht alle eine Transformation durchlaufen, die daher andere Selbstständige unbedingt interessieren dürfte?

Na klar, damit können wir uns schließlich identifizieren.

Hier geht Jessy endlich in die Tiefe, was ihre bisherigen Tätigkeiten betrifft. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 10 Social Media Kanäle und ein 5-sprachiger Unternehmensblog? Alter Falter! Wenn das ihre Zielgruppe nicht beeindruckt und überzeugt, weiß ich auch nicht.

Und dann geht es weiter:

 

Sechsstellige Besucherzahlen jeden Monat! Ernsthaft? Also wer wird jetzt noch an ihrer Expertise zweifeln? Und sie schreibt das ohne die geringste Angeberei. Ganz ehrlich: Das überzeugt mich doch direkt von innen heraus. Gerade weil sie hier nicht auf mich einredet und mir sagt, was ich alles brauche.

Chapeau auch für das gelungene Ende: Den Start in die Freiheit, in die Selbstständigkeit.

In meinem Textcoaching gibt es eine Schreibübung über den Werdegang meiner Kund*innen: Hier schreiben sie ganz intuitiv und ohne nachzudenken ihre Geschichte auf. Erst dann bringen wir diese einzigartigen Erfahrungen in ein System und schauen, was für die jeweilige Zielgruppe überhaupt relevant ist.

Storytelling statt langweiliger Lebenslauf

Wenn du dir den Text durchliest: Das ist nicht einfach nur ein Lebenslauf. Jessy spricht ganz gezielt immer wieder ihre Zielgruppe an und hält das Gespräch aufrecht. Und mehr noch: Sie stiftet Identität. Zum Beispiel: „Das kennst du bestimmt, oder?“ Na klar, und deswegen hat sie mich als Leserin auch direkt auf ihrer Seite. Sie holt sich immer wieder Zustimmung ab. Je größer die Zustimmung, desto größer die „Zuneigung“.

Und das hat nichts mit Manipulation zu tun. Jedes einzelne Wort spiegelt Jessys Einstellung und Persönlichkeit wider. Und genau da findet auf der Textebene die Magie statt. Du kannst zwar einen aalglatten, perfekten Text schreiben, aber wenn er nicht von Herzen kommt und nicht deinem Wording entspricht, ist die Wirkung gleich null.

Und das ist der Grund, warum ich mich so gegen eine Vorlage für die Über-mich-Seite sträube. Weil das die Seite ist, wo wir wirklich Persönlichkeit zeigen und die lässt sich nicht einfach in eine Schablone pressen.

4. Über-mich-Seite: Nachher – Jessys Geschichte Fortsetzung

Auf Jessys alter Website hörte es an dieser Stelle auf und es folgte eine unverblümte Anmeldung zu ihrem Freebie. Unpassend für die Über-mich-Seite. Auf ihrer neuen Seite wird es jetzt noch einmal richtig spannend:

 

Allein schon die Überschrift: Statement! Das hier ist ein Fakt.

Sie greift jetzt die ganz großen Themen auf: Freiheit und Individualität. Um damit auch den Bogen zu ihrem Business zu schlagen. Warum ist das so interessant? Weil wir hier erkennen, dass Jessy ein Mensch mit einem ganz bestimmten Wertesystem ist. Und ihre Zielgruppe wird sich darin wieder erkennen. Denn darum geht es ja: Nicht irgendwelche Kund*innen zu gewinnen, sondern genau diejenigen, die zu uns passen.

Auf ihrer Website gibt es hier noch mehr Text, wenn du gerne weiterlesen möchtest.

Darin thematisiert sie die Arbeitswelt von angestellten Frauen und deren schlechte Arbeitsbedingungen. Sie will nicht nur helfen, sie will auch etwas verändern in dieser Welt. Eine Bewegung erschaffen. Welche Frau aus ihrer Zielgruppe würde ihr hier nicht zustimmen und mitmachen wollen?

5. Über-mich-Seite: Nachher – Jessys Fun Facts

 

Hier siehst du drei von fünf Fun Facts, die Jessy abschließend auf ihrer Über-mich-Seite aufgeschrieben hat.

Wenn du dich jetzt fragst, was das bitte soll: Fun Facts machen Jessy zugänglicher und nahbarer. Wenn du auf Instagram unterwegs bist, weißt du, wie gerne Fun Facts gelesen werden. Menschen sind einfach unglaublich neugierig, vor allem wenn es um andere Menschen geht.

So wie Jessy habe auch ich ein Bild mit Hund auf meiner Website. Eine Kundin sagte mir mal: „Als ich das Bild gesehen habe, wusste ich sofort, dass wir uns verstehen.“

Am Ende überzeugen wir mit solchen persönlichen Kleinigkeiten. Weil sie deinen Leser*innen einen Einblick hinter die Kulissen geben und das Gefühl vermitteln, sie würden dich schon kennen.

Du kannst eine absolute Expertin auf deinem Gebiet sein, aber wenn du keine Persönlichkeit zeigst, wird das im Regelfall nicht ausreichen, um deine Zielgruppe für dich zu gewinnen.

Fazit

Was meinst du? Wie gefällt dir das Nachher? Ganz objektiv: Als Leserin aus ihrer Zielgruppe berührt mich das, was ich hier vorfinde. Ich denke: Was für eine Frau und stimme ihr einfach in jedem Punkt zu.

Und darum geht es: Dass deine Zielgruppe ganz oft „ja“ sagt.

Zwei Punkte sind also auf deiner Über-mich-Seite wichtig:

  1. Dass du dich wirklich zeigst – sowohl deine Expertise als auch deine Persönlichkeit
  2. Dass du auch hier das Gespräch fortführst und immer wieder deine Leser*innen ansprichst, sie involvierst

Und bitte: Sag nicht, deine Geschichte sei langweilig. Du kannst nur überzeugen, wenn du selbst von dir überzeugt bist und dich wichtig nimmst. Deswegen: Sei selbstbewusst. Zumindest in deinen Worten.

Das ist ein guter Anfang und während du deine Texte schreibst, wird sich ein Stück dieses Selbstbewusstseins wirklich auf dich übertragen. Zu meinen Kund*innen sage ich immer: Du entscheidest! Ich gebe lediglich Impulse und Anregungen.

In diesem Sinne: Ganz erfolgreiche Schreibgrüße, deine Miriam.

Über mich

Hi! Ich bin Miriam und als Textcoach unterstütze ich Selbstständige dabei, einzigartige Texte zu schreiben. Das heißt Texte mit Persönlichkeit. Weil es heute nicht mehr ausreicht, nur die Sprache der Kund*innen zu sprechen.

Das kann die Konkurrenz schließlich auch.

Nur wenn du dich selbst zeigst und deinen eigenen Stil entwickelst, kannst du die richtigen Menschen anziehen und für dein Angebot gewinnen.

Sinnbild für Vorlage für deine Startseite

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