Die Über-mich-Seite wird nach der Startseite am häufigsten angeklickt. Gleichzeitig ist es die meistgehasste Seite, wenn es darum geht sie selbst zu schreiben.

Wir können ja schon schlecht über uns selbst sprechen und dann sollen wir auch noch über uns schreiben? Uns in einem guten Licht darstellen? Herrje! Wir sind doch so bescheiden und gut darin, uns klein zu machen.

Der Stress ist also vorprogrammiert: Du weißt genau, wenn du hier nicht überzeugst, verlierst du eine Menge potenzieller Kund*innen. Zumindest wenn du Coach, Berater*in oder Dienstleister*in bist.

Denn die Ziele auf deiner Über-mich-Seite sind:

  • Deine Zielgruppe lernt dich noch besser kennen
  • Sie baut Vertrauen zu dir auf
  • Und entscheidet, ob du die richtige Person bist oder nicht

Hier geht es, im Gegensatz zu den anderen Seiten auf deiner Website, wirklich um dich. Denk einmal darüber nach, wann du dich selbst anderen Menschen verbunden fühlst: Wahrscheinlich wenn sie etwas mit dir geteilt haben – und zwar nicht einfach nur ihren trockenen Lebenslauf.

Daher zeige ich dir in diesem Beitrag die 5 häufigsten Fehler auf der Über-mich-Seite. Erfahre auch, was du stattdessen tun kannst.

1. Du startest direkt mit dir und deiner Geschichte

Der erste Fehler auf deiner Über-mich-Seite: Du fällst direkt mit der Tür ins Haus und erzählst nur von dir. Dieser Fehler wird auch gerne auf anderen Seiten gemacht. Zum Beispiel auf der Angebotsseite, wenn direkt vom Angebot die Rede ist.

Stell dir vor, du gehst in ein Restaurant und dir würde sofort irgendein Essen an den Tisch gebracht werden. Dabei möchtest du doch erst einmal in die Karte schauen und wissen: Was gibt es denn hier überhaupt?

1.1 Gehe immer davon aus, dass deine Leser*innen noch nichts wissen

Auf deiner Über-mich-Seite ist es ähnlich: Du kannst dir nicht sicher sein, wie viel deine Leser*innen bereits wissen. Vielleicht sind sie gerade zum ersten Mal auf deiner Website gelandet und haben direkt auf „Über mich“ oder „About me“ geklickt.

Deswegen: Hole deine Leser*innen erst einmal ab und lass sie ankommen. Beantworte ihre wichtigsten Fragen: Wer bist du? Was machst du? Für wen machst du das? Und was habe ich davon?

Deine Leser*innen wissen dann, ob dein Angebot überhaupt relevant für sie ist. Und auch für dich ist das sehr hilfreich: Was willst du mit Leser*innen, die dein Angebot sowieso nicht brauchen? Viel Traffic auf deiner Website bringt dir nichts, wenn er von den falschen Leuten kommt.

2. Du erzählst entweder nur von dir oder nur von deinen Kund*innen

Dieser Fehler auf der Über-mich-Seite spaltet sich in zwei Gruppen:

Die eine redet nur von sich, die andere dagegen nur von der Zielgruppe.

Gehörst du zur ersten Gruppe und schreibst nur über dich selbst? Dann könnte ich als Leserin womöglich den Eindruck gewinnen, dass du dich nur für dich selbst interessierst.

Denk daran, dass Website-Texte 4-Augen-Gespräche sind: Sprich deine Leser*innen also auch regelmäßig an. Integriere sie in das Gespräch und überprüfe, welchen Nutzen deine Leser*innen von deinen Informationen haben.

2.1 Du sprichst nur von deiner Zielgruppe und versteckst dich

Schreibst du dagegen nur von den Problemen deiner Zielgruppe und deinem Angebot: Dann löst du dein Versprechen nicht ein und sorgst für Frustration. Wir drücken schließlich aus einem bestimmten Grund auf „Über mich“.

Auch wenn irgendwelche Marketing-Gurus behaupten, dass es hier nicht um dich geht: Beobachte dich mal selbst dabei, wie du andere Über-mich-Seiten liest und was dir an diesen auffällt. Was gefällt dir, was gefällt dir weniger?

Lass mich raten: Du möchtest durchaus gerne mehr über die Person erfahren. Und wenn da aber nichts steht, fragst du dich, was die Person zu verbergen hat.

Falls du dir unsicher bist, was deine Leser*innen denn gerne wissen möchten, hier ein kleiner Exkurs zur Inspiration (und nein, du bist nicht langweilig, auch du hast eine Geschichte zu erzählen!):

2.2 Die 3 Nachrichtenfaktoren aus dem Journalismus

  1. Nähe: Was hat das mit mir zu tun?

    Was hast du zum Beispiel erlebt, womit sich deine Zielgruppe identifizieren könnte? Ein Klassiker: „Ich war schon mal an demselben Punkt wie du. Mir ging es früher genau wie du. Wenn ich das geschafft habe, schaffst du das auch.“

  2. Nutzen: Was habe ich von dieser Information?

    Können deine Leser*innen durch dich ihr Problem lösen oder ihr Bedürfnis stillen? Besitzt du die nötige Expertise? Und auch Persönlichkeit? Wie vertrauenswürdig bist du?

  3. Neuigkeit: Erfahre ich etwas Neues?

    Wir sind alle kleine Stalker*innen und wollen mehr über andere wissen. Vor allem, wenn wir womöglich etwas bei dieser Person kaufen. Halte deine Über-mich-Seite daher stets aktuell.

    Wir entwickeln uns weiter. Bleibt deine Über-mich-Seite auf einem alten Stand, entsteht möglicherweise eine Diskrepanz, wenn dich potenzielle Kund*innen kennenlernen.

3. Du präsentierst einen langweiligen Lebenslauf

Lebensläufe können beeindruckend sein, na klar. Aber sie schaffen noch lange keine Verbindung zu deinen Leser*innen. Denn: Facts tell, but stories sell.

Ganz ehrlich, wer von deiner Zielgruppe wird aus dem Häuschen sein, weil du einen Einser-Abschluss hast? Oder weil du zig Weiterbildungen absolviert hast?

3.1 Beispiel: Psychologische Beraterin

Eine Kundin von mir ist zum Beispiel psychologische Beraterin. Auf ihrer Über-mich-Seite hat sie vor allem ihre Qualifizierungen aufgezählt. Schön und gut, aber: Wen soll das berühren? Viel spannender ist dagegen, dass sie selbst einen Leidensweg hinter sich und diesen erfolgreich überwunden hat.

Dazu muss sie gar nicht dramatisch in die Tiefe gehen. Es geht einfach nur darum, dass sie sich von einer menschlichen (= authentischen) Seite zeigt. Das macht doch Mut! Damit kann ich mich als Leserin identifizieren! Diese Person weiß WIRKLICH, wie ich mich fühle. Deswegen: Expertise schön und gut, aber teile auch etwas Persönliches.

3.2 Beispiel: Ich in meiner Selbstständigkeit

Ich gestehe, dass auch ich meine Über-mich-Seite neu schreiben muss: So viel ist passiert seit ich mich im April selbstständig gemacht habe. Zum Beispiel könnte ich davon erzählen, wie ich vor meiner Selbstständigkeit komplett unsichtbar gewesen bin.

Im Internet konnte mich niemand unter meinem richtigen Namen finden. Auch wenn sich das viele in Zeiten von Social Media nicht vorstellen können: Für mich war das lange Zeit nichts. Meine Privatsphäre war und ist mir heilig.

Jetzt habe ich mir binnen weniger Monate einen Namen gemacht: Meinen Namen! Weil ich erkannt habe, was für eine Freiheit darin liegt: Ich verdiene mein eigenes Geld, weil ich sichtbar bin. Und alle, die mich schon ein bisschen kennen, wissen, dass ich das vor allem geschafft habe, weil ich von Anfang an meine Persönlichkeit gezeigt habe.

Das wünschen sich viele auch für sich selbst. Ich werde regelmäßig gefragt, wie ich das gemacht habe. Es wäre also eine gute Idee darüber auf meiner Über-mich-Seite zu schreiben. Weil meine Kund*innen auch alle gerne sichtbar sein möchten.

Und darin liegt das ganze Geheimnis: Es ist deine Geschichte, die einen Unterschied macht und andere inspiriert. Nicht deine Qualifizierungen. Und selbst wenn du in einer vermeintlich seriösen oder konservativen Branche am Start bist: Das sind auch alles Menschen, oder? Nur weil alle anderen eine langweilige Über-mich-Seite haben, musst du das nicht auch machen. Denk daran: Wer sich zeigt, schafft Verbindungen – und verkauft.

4. Du vergisst den CTA (Call-to-Action)

Nehmen wir an, du hast eine tolle Über-mich-Seite geschrieben. Die ist so gut, dass deine Leser*innen bis zum Schluss lesen. Und was passiert?

Nichts. Dann hat das wahrscheinlich folgenden Grund: Du sagst deinen Leser*innen nicht, was sie als Nächstes tun sollen.

Jede Unterseite auf deiner Website hat ein ganz bestimmtes Ziel. Das habe ich schon in der Einleitung geschrieben: Du möchtest hier über dich informieren und die Beziehung zu deinen Leser*innen vertiefen.

Also: Was wünschst du dir, was deine Leser*innen jetzt tun? Durch deinen Blog stöbern, um deinen Expertenstatus zu untermauern? Oder sollen sie sich direkt für deinen Newsletter anmelden? Dich kontaktieren?

5. Die Fotos von dir sind stocksteif

Die meisten sprechen immer davon, dass du hochseriöse Bilder auf deiner Website und also auch für deine Über-mich-Seite brauchst.

Mein Tipp: Zeige auch in den Bildern auf deiner Über-mich-Seite deine Persönlichkeit. Ich habe ein Bild von mir vor meinem Bücherregal und mit unserer Hündin. Dazu sagte mir eine Kundin mal: „Da wusste ich, dass wir uns verstehen.“

Leser*innen suchen gerade auf der Über-mich-Seite nach persönlichen Anhaltspunkten. Sie wollen sich überzeugen: Ah, die Person passt zu mir. Und auch wenn ein Hund nichts mit meiner Selbstständigkeit zu tun hat, so transportiere ich damit doch ein Stück meiner Persönlichkeit. Natürlich werden nicht alle meine Kund*innen darauf „anspringen“, aber doch die eine oder andere.

Du kannst dich bei deiner Arbeit zeigen. Damit deine Leser*innen sehen, wie du für deine Sache brennst. Gib Einblicke. Eine Kundin von mir hat ein Offline-Geschäft und jetzt einen Online-Shop. Sie verkauft unter anderem von Hand geknüpfte Teppiche und ist deswegen schon nach Nepal gereist. Auf einem Foto sehen wir sie mit den Teppichknüpfer*innen: Alle glücklich am Lachen. So ein Foto versprüht Leben und schafft Verbindungen.

Lass uns teilhaben an deiner Arbeit, Geschichte, Vision, Leidenschaft: Was für ein persönliches Foto könntest du zeigen?

So sehr ich für Texte brenne: Ein Bild sagt am Ende doch mehr als 1.000 Worte. Und das ist definitiv keine Floskel. Unser Gehirn kann ein Bild viel schneller verarbeiten.

Fazit: Done is better than perfect

Hast du schon einen der hier aufgezählten Fehler gemacht?

Wenn du zu denjenigen gehörst, die sich von der Über-mich-Seite überfordert fühlen: Du musst hier in keinem perfekten Licht erscheinen. Ganz und gar nicht. Eine Verbindung zu anderen bauen wir viel mehr durch Authentizität auf. Indem wir zeigen, dass auch wir unsere Hürden zu meistern hatten.

Mein Tipp: Einfach veröffentlichen!

Wusstest du, dass ich meine Blogbeiträge immer unfertig raushaue? Ich verbessere sie dann am nächsten Tag. Hauptsache raus! Das ist der erste und wichtigste Schritt.

Die Tippfehler und auch Ideen für Verbesserungen sehe ich dann, wenn der Text (oder eher ich) eine Nacht ruhen konnte. Wenn ich den Text einfach veröffentliche, habe ich gar keine Zeit mich weiter mit Perfektionismus oder Prokrastination aufzuhalten.

Warum du das sogar unbedingt tun solltest

Mach dir klar: Es macht einen Unterschied, ob du die Seite auf deiner Website oder in einer Schreibdatei siehst. Deswegen gehe ich mit einen Kund*innen die Texte immer nochmal durch, sobald sie auf der Website sind.

Sabotiere dich nicht selbst, sondern stehe zu dir. Eine wirklich gute und profunde Über-mich-Seite braucht Zeit. Sie muss aber erst einmal geboren werden, damit sie sich entwickeln kann. Also raus mit deinem Baby! 😉

Und wenn du wissen willst, wie so eine Über-mich-Seite denn konkret aussehen kann: Schau dir gerne das Vorher-Nachher-Beispiel von meiner Kundin Jessica Roussel an.