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Schreibblockade: 3 smarte Schritte für deine Website-Texte

16 Jul 2020 | 0 Kommentare

„Ich weiß einfach nicht, was ich schreiben soll“ ist deine Standard-Antwort auf die Frage, warum deine Website immer noch nicht an den Start gegangen ist. Wenn du jetzt sagst, dass du eine Schreibblockade hast, weil du nicht schreiben kannst: Mit so einer Bewertung eliminierst du jeden Versuch vorwärts zu kommen. Alle meine Kund*innen haben ihre Website-Texte selbst geschrieben, obwohl die meisten dachten, dass sie es nicht könnten.

Deine Schreibblockade hat weniger mit dem Texten an sich zu tun. Das Problem ist meistens fehlende Klarheit. Bevor ich dir also mein System gegen deine Schreibblockade vorstelle, solltest du dir erst einmal folgende Fragen beantworten:

Wie steht es um deine Positionierung? Kennst du deine Wunschkundin wirklich? Ihre Wünsche und Probleme? Und welche Vorteile ergeben sich aus deinem Angebot?

Diese Fragen sind nicht nur für deine Website-Texte, sondern ganz allgemein für deine Selbstständigkeit wichtig. Kennst du die Antworten, kannst du auch ins Texten kommen.

Vom Rohtext zum Reintext

Bevor du jetzt aber plötzlich beginnst total enthusiastisch loszulegen: Starte nicht mit der Intention von Anfang an den perfekten Text schreiben zu wollen. Damit überspringst du zwei wichtige Schritte, an die sich sogar etablierte Schriftsteller*innen halten:

  1. Rohtext: Schreib erst einmal einen Entwurf.
  2. Redigieren: Jetzt wird gestrichen und ausgebessert, konzentriere dich vor allem auf den Inhalt!
  3. Reintext: Erst jetzt befindest du dich auf der Zielgeraden zu deinem finalen Text.

Halte dich immer an diese Reihenfolge und du wirst schon mit viel größerer Leichtigkeit schreiben. Kommen wir jetzt zu meinen 3 smarten Methoden, mit denen du deine Schreibblockade auflöst und endlich deine gottverdammten Website-Texte schreibst. Und kleiner Tipp am Rande: Weniger quatschen, mehr machen. ?

1. Verschaff dir den ultimativen Überblick

Gehen wir davon aus, du kannst die obigen Fragen alle beantworten. Dann brauchst du jetzt erst einmal das richtige Mindset. Wer eine Schreibblockade hat, der- oder diejenige lässt sich von den eigenen Gedanken beherrschen statt Herscher*in darüber zu sein.

Mach dir klar, dass Überforderung ein Zustand ist, den wir selbst hervorrufen. Insofern können wir ihn auch wieder auflösen. Und das funktioniert am besten, indem du für Struktur sorgst. Es geht hier gar nicht so sehr um Kreativität, die kommt nämlich vor allem beim Machen.

Stell dir vor, du machst dir zum Abendessen ein leckeres Gericht. Da schmeißt du ja auch nicht alle Zutaten wahllos in den Topf, oder? Nein, du hast ein Rezept, ob im Kopf oder vor Augen, aber du gehst Schritt für Schritt vor. Genau dasselbe musst du bei deiner Schreibblockade tun. Also legen wir los:

1. Was ist das Ziel auf der jeweiligen Seite deiner Website?

Wenn du weißt, wo du hin möchtest, dann eröffnet sich dir auch der Weg dorthin. Eigentlich ist es ganz einfach: Nehmen wir zum Beispiel deine Angebotsseite. Was ist das Ziel? Wahrscheinlich ein Erstgespräch buchen oder verkaufen. Deine Texte müssen also zu diesem Ziel hinführen und sonst nirgendwohin.

2. Was braucht deine Zielgruppe?

Um dein Ziel erreichen zu können, musst du wissen, was deine Zielgruppe braucht. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, auf deiner Angebotsseite einfach nur über dein Angebot zu schreiben. Das ist nicht empathisch, sondern egozentrisch. Deine Zielgruppe ist nämlich auch egozentrisch und will vor allem wissen: Was habe ich davon? Du erreichst sie also am besten, wenn du ihr das Gefühl gibst, dass du sie kennst und verstehst. Es geht immer um Probleme und Bedürfnisse und um das Gegenteil davon.

Wenn du das noch nicht gemacht hast: Befrage deine bisherigen und potenziellen Kund*innen. Überspringst du diesen Punkt jedoch und denkst dir einfach selbst ein paar Vorteile aus, kann es passieren, dass deine eigenen Vorstellungen wenig mit der Lebenswirklichkeit deiner Zielgruppe zu tun haben: Dann schreibst du schlichtweg an ihr vorbei. Und das bedeutet, dass du nicht einen Cent verdienen wirst, zumindest nicht über deine Website.

Ein Satz, den ich immer wieder gerne sage: Ein Text ist nur so gut, wie die Recherche, die ihm vorausgegangen ist. In diesem Fall besteht die Recherche aus Umfragen. Erstelle einen Fragenkatalog für deine (möglichen) Kund*innen, dann musst du nicht jedes Mal von vorne anfangen. Wenn du noch keine Kund*innen hattest: Mach dich auf die Suche und befrage Personen, die für dein Angebot infrage kämen.

3. Wie ist deine Webseite aufgebaut?

Entweder du überlegst dir selbst, wie deine Webseite (= eine Seite auf deiner Website) aufgebaut sein soll oder du suchst im Netz nach Vorlagen. In meinem Blog findest du einen möglichen Aufbau für deine Startseite und auch zur Angebotsseite sowie deiner Über-mich-Seite gebe ich viele Hinweise.

Schau dir auch die Konkurrenz an, analysiere deren Webseiten: Schreibe auf, was inhaltlich in welchem Abschnitt passiert. Durch bloßes Beobachten kannst du eine Menge feststellen. Und das beste: Du siehst auch mögliche Schwachstellen und kannst es auf deiner Seite besser machen.

In meinem Text-Coaching ist jede einzelne Webseite in kleine Abschnitte unterteilt, sodass meine Kund*innen immer genau wissen, was an welcher Stelle zu stehen hat. Und genauso ist es doch auch beim Kochen, um bei dem Vergleich mit dem Abendessen zu bleiben: Ohne dein Rezept wäre das Abendessen überhaupt nicht möglich, zumindest wenn du nicht gerade Nudeln mit fertiger Tomatensoße machst.

Kleiner Exkurs: Das Parkinsonsche Gesetz

Mit der Beantwortung dieser Fragen schaffst du dir eine Grundlage für deine Website-Texte. Damit du dich jedoch nicht in Recherchen oder in Wortfindungen verlierst: Setz dir eine Deadline. Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass du für eine Aufgabe so lange brauchst, wie du dir die Zeit dafür setzt. Wenn wir nämlich ganz viel Zeit für eine Aufgabe haben, dann brauchen wir in der Regel auch ganz viel Zeit.

Deswegen: Trickse dich selbst aus, indem du dir eine Deadline setzt. Du willst schließlich auch mal endlich mit deinen Website-Texten fertig werden, oder? Das ist nämlich eines der größten Probleme bei Schreibblockaden: Das ewige Aufschieben und Nicht-fertig-werden.

Aber, hier eine Portion Klartext, weil mir das in der Seele weh tut: Prokrastinieren ist tausendmal anstrengender als das eigentliche Machen! Du wirst nie, nie, nie ein Erfolgserlebnis haben, wenn du Dinge immer wieder aufschiebst. Nur dein schlechtes Gewissen wird immer größer und versaut dir jeden einzelnen gottverdammten Tag. Also: Deadline.

2. Nach dem Überblick: Noch mehr Überblick

Dieser Punkt ist für alle, die nur so vor Text übersprudeln und deswegen eine Schreibblockade entwickeln, weil sie den Überblick verlieren. Die Methode eignet sich aber auch zugleich für all jene, die überhaupt nicht übersprudeln. In beiden Fällen kann es hilfreich sein, eine ungewohnte Methode anzuwenden, um die Schreibblockade aufzulösen.

Gehen wir davon aus, du hast jetzt alles aus dem ersten Punkt erledigt: Deine Website-Texte müssten eigentlich nur noch geschrieben werden. Du hast deine Inhalte und du kennst den Aufbau. Jetzt tritt aber folgendes Problem auf: Du weißt nicht, was wirklich wichtig ist – für deine Wunschkund*innen. Womit begeisterst du sie am meisten?

Die Schreibblockade mit Stift und Papier auflösen

Lass uns das ganze einmal visualisieren. Du hast all die Vorteile von deinem Angebot herausgearbeitet, aber welchen Vorteil nimmst du jetzt zum Beispiel für die allererste Überschrift? Dort sollte natürlich der größte Vorteil deines Angebots benannt werden.

Nimm dir ein weißes Blatt Papier und schreib in die Mitte: „Vorteile von (hier dein Angebot)“. Zeichne einen Kreis um diese Worte. Jetzt ziehst du einzelne Linien bis eine Sonne zum Vorschein kommt. Trage am Ende jeder Geraden einen Vorteil ein.

Sinnbild für Schreibblockade

Strahlender Sonnenschein für dich und deine Kund*innen

Schau dir diese Sonne genau an, die deine Kund*innen zum Strahlen bringen soll. Und beginne jetzt mit dem Priorisieren von 1 bis 3: Die 1 ist sehr wichtig, die 2 wichtig und die 3 immerhin relevant. Denk einmal zurück an das Feedback von deinen Kund*innen, Testkund*innen oder eben potenziellen Kund*innen. Was haben alle am meisten betont? Was ist die eine Sache, die alle am meisten erreichen wollen? Wenn dir die Skala von 1 bis 3 zu kurz greift, erweitere sie auf 5.

Wenn du fertig bist: Du siehst jetzt, was für deine Kund*innen am Relevantesten ist. Um mal mit der Sonne ein bisschen kitschig zu werden: Was ihr inneres Leuchten zum Vorschein bringt.

Und jetzt kommt der Trick für deine Website-Texte: First things first. Das Wichtigste wird immer zuerst genannt. Stell dir deine Seite einfach mal bildlich vor: Alle wertvollen Informationen sind vor allem im oberen Bereich angesiedelt. Dort sind die meisten deiner Leser*innen unterwegs. Die wenigsten lesen bis zum Ende. Du weißt jetzt, was an welche Stelle gehört.

In der Wiederholung liegt die Würze

Und bitte: Du darfst dich gerne mehrmals wiederholen, unbedingt sogar. Es ist sinnvoll, wenn du deinen heißesten Vorteil nicht nur ganz oben platzierst, sondern erneut, wenn es ums Kaufen geht. Die besten Argumente und emotionalsten Trigger solltest du regelmäßig wiederholen, damit sie sich wie ein Mantra in den Köpfen deiner Zielgruppe manifestieren.

Die Methode kannst du übrigens auch zum Beispiel bei den Problemen deiner Zielgruppe anwenden. Auch hier solltest du zunächst das unangenehmste Problem oder das größte Bedürfnis benennen.

3. Und jetzt: Pause!

Nach so viel schwerer Kost wird es Zeit für etwas Leichtigkeit. Damit du die ersten beiden Punkte erfolgreich umsetzen kannst, ist es genauso essentiell zwischendurch mal eine Pause zu machen: „Get some rest to do the best“. Inhalte und Ideen müssen auch mal einen Tag ruhen, wie ein Teig, der erst aufgehen muss, bevor er in den Ofen kann und dann unsere Bäuche füllt.

Mit ein bisschen Abstand kannst du deine Texte besser lesen und auch hinterfragen. Ich selbst sehe dann zum Beispiel Fehler, die ich die ganze Zeit übersehen habe. Wenn wir im Tunnel sind, nein, benennen wir es positiver: Wenn wir im Flow sind, übersehen wir oft Kleinigkeiten.

Deswegen zum Abschluss eine Auflistung, um ein wenig Entspannung in deine fast schon gelöste Schreibblockade zu bringen:

  • Spazieren gehen
  • Ein Buch lesen
  • In ein Café setzen, Tee trinken und das Treiben auf der Straße beobachten
  • Sport machen
  • In die Natur eintauchen
  • Mit dem Hund spielen
  • Eine alte Freundin anrufen und sie fragen, wie es ihr geht
  • Malen
  • Musik hören
  • Ein Instrument spielen
  • Eine Postkarte schreiben und jemandem eine Freude bereiten

Ich erzähle dir hier nichts Neues, du weißt selbst, was du gerne am liebsten machst. Aber mach auch etwas davon! Wir kommen nicht vorwärts, wenn sich unsere Gedanken nur im Kreis drehen.

Eines meiner Lieblingszitate von Einstein: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“. Und diesen Richtungswechsel schaffen wir am besten, wenn wir uns zwischendurch ganz anderen Dingen widmen.

Fazit und Ergänzungen

Wenn du diese drei Punkte umsetzt, dann verschwindet deine Schreibblockade und du schreibst deine ganz eigenen Website-Texte. Wende sie Schritt für Schritt an, überfordere dich nicht. Und ja, wahrscheinlich werden deine Website-Texte nicht direkt perfekt sein. Dafür aber authentisch, weil du sie selbst geschrieben hast – und das registrieren auch mögliche Kund*innen.

Was nämlich zählt, ist der Inhalt. Und alles andere, das Stilistische vor allem, kommt mit der Zeit. Du wirst ein Gefühl für Wörter entwickeln, vor allem für deine eigenen, und damit hebst du dich dann auch von der Konkurrenz ab.

Und ganz ehrlich: Niemand wird als Koch oder Köchin geboren. Aber mit jedem Gericht wirst du besser und wahrscheinlich kannst du schon einige zubereiten ohne auf das Rezept schauen zu müssen. Und genauso wird es dir immer mehr mit dem Texten gehen. Viel Erfolg!

PS: Dass du während der Arbeit an deinen Texten die Finger vom Handy lassen solltest, ist selbstredend, oder? ?

PPS: Eine Schreibblockade ist ein nur kleines, niedliches Monster, das dich herausfordert und fragt: Willst du wirklich über dich hinauswachsen? Bist du bereit, dafür einige Anstrengungen auf dich zu nehmen? Und da sind wir wieder beim richtigen Mindset. In diesem Sinne: Sag ja zum Monster. Ja, ich will! ?

Über mich

Hi! Ich bin Miriam und als Textcoach unterstütze ich Selbstständige dabei, einzigartige Texte zu schreiben. Das heißt Texte mit Persönlichkeit. Weil es heute nicht mehr ausreicht, nur die Sprache der Kund*innen zu sprechen.

Das kann die Konkurrenz schließlich auch.

Nur wenn du dich selbst zeigst und deinen eigenen Stil entwickelst, kannst du die richtigen Menschen anziehen und für dein Angebot gewinnen.

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