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Positive Formulierungen: 5 Tipps für begeisterte Leser*innen

13 Dez 2020 | 0 Kommentare

Bestimmt kennst du den Satz: „Ist das Glas halbvoll oder halbleer?“

Diese Frage veranschaulicht sehr gut, wie sehr wir mit Sprache unsere Einstellungen zum Ausdruck bringen. Und damit auch unser Inneres nach außen kehren. Ja, wirklich! Positive Formulierungen machen einen Unterschied: Probier’s aus und du wirst mir zustimmen.

Wenn du an eine negative Person denkst (und eine solche kennen wir alle, weil es einfach zu viele von ihnen gibt), dann kristallisiert sich ihre Negativität schon in ihrer Sprache heraus:

„Ich kann das nicht.“

„Das klappt niemals.“

„Die anderen sind schuld.“

„Ich hasse meinen Job.“

„Die Menschen sind so unfreundlich.“

(Die Welt ist so gemein, nicht wahr!)

Fakt ist: Unsere Gedanken formen unsere Wirklichkeit. Gehe ich davon aus niemals erfolgreich zu sein, werde ich es auch nicht sein.

Oder hast du schon mal von jemandem gehört, der oder die sagte:

„Ja, also ich wusste immer, dass ich niemals erfolgreich sein würde. Dann ist ein Wunder passiert. Und ich war plötzlich erfolgreich. Einfach so. Obwohl ich die gaaaaanze Zeit an meinen negativen Überzeugungen festgehalten habe.“

Sicher nicht, haha.

Was du schreibst, ziehst du an

Übertragen wir das auf die Selbstständigkeit: Deine Formulierungen entscheiden darüber, wie dich potenzielle Kund*innen wahrnehmen. Und mehr noch: Wie sie sich beim Lesen deiner Texte fühlen. Hier sind positive Formulierungen essentiell.

Dazu eines meiner Lieblingszitate:

„Wahr ist nicht was A sagt, sondern was B versteht“

Paul Watzlawick

Ob deine Leser*innen deine Texte richtig verstehen, kannst du ganz einfach überprüfen: Erzielen deine Texte die von dir gewünschte Wirkung?

Und falls nicht, kann das unterschiedliche Gründe haben:

  • Du selbst hast noch keine Klarheit über dich und deine Ziele
  • Du kennst deine Zielgruppe nicht gut genug
  • Deine Texte haben ein stilistisches Problem

Wenn du vor allem mit dem letzten Punkt resonierst: Dieser Beitrag ist für dich! Mit positiven Formulierungen werden deine Texte überzeugend.

Und mal unter uns, wenn wir an das Gesetz der Anziehung denken: Du willst sicher auch lieber positive als negative Menschen anziehen, oder?

Positiv schreiben = gehirnfreundlich

Geht es um Verneinungen und negative Formulierungen, braucht unser Gehirn einfach länger zur Verarbeitung. Darüber habe ich auch schon in meinem Blogbeitrag: „5 sofort umsetzbare Tipps für mehr Emotionen in deinen Texten.“ geschrieben.

Entwickelst du ein Bewusstsein für positive Formulierungen und integrierst diese nicht nur in deine Texte, sondern auch in deinen Alltag, veränderst du dein Leben: Dein Denken und deine Sichtweise auf diese Welt werden positiver.

Falls du zu den Pessimisten gehörst und dich fragst, warum das gut sein soll: Weil du dich dann besser fühlst und vieles leichter wird.

Und das sage ich als ehemalige Hardcore-Pessimistin. Es überrascht mich immer wieder, wenn ich feststelle, wie entspannt mein Denken und damit auch ich selbst geworden bin. Oder um es mit den Worten von Tony Robbins zu sagen: „Change your words, change your life.“

Gefühle, Gefühle, Gefühle

Denn worum geht es am Ende immer? Richtig, um Gefühle! Und erst recht bei deinen Kund*innen. Deine Sprachwelt zeigt, wer du bist. Vielleicht ist einer deiner Werte Leichtigkeit.

Meine Frage an dich: Fühlen sich deine Leser*innen leicht, wenn sie deine Texte lesen?

Achte mal auf meine Beispiele in diesem Beitrag: Ich wette, dass auch du dich bei dem einen oder anderen ertappt fühlst.

Vorteile von positiven Formulierungen

  1. Deine Kund*innen verstehen dich besser
  2. Du gibst ihnen ein gutes Gefühl
  3. Dein eigener Sprachstil verbessert sich
  4. Du fühlst dich selbst besser
  5. Und erreichst deine Ziele leichter

(Verfolgst du deine Ziele oder hast du deine Ziele vor Augen? Hinweis: Überlege einmal, was das Wort verfolgen bedeutet.)

1. Beispiele für deinen Alltag

Lass uns mit deinem Alltag starten. Denn da tummeln sich ganz viele Beispiele, die dir zeigen, wie du mit positiven Formulierungen deine Sichtweise verändern kannst.

Starten wir mit einem einfachen Beispiel:

„Ich möchte nicht zu spät kommen.“ → „Ich bin pünktlich.“

Unter der ersten Aussage kann ich mir nichts vorstellen: Der Satz ist vage und hängt in der Luft. Während die andere Aussage schon wie eine wahr gewordene Tatsache klingt. Welche Version ist wohl motivierender?

1.1 Negative Glaubenssätze

Beispiel:

„Ich schaffe das nicht.“ → „Ich gebe mein Bestes.“

1.2 Gut gemeinte Ratschläge

Beispiel:

„Ärgere dich nicht länger darüber.“

Hm, was werde ich bei so einer Aussage tun? Im Gehirn bimmelt vor allem: ÄRGER, ÄRGER, ÄRGER. Und an den will ich doch gerade nicht denken! Das ist der Moment, wo ein Ratschlag zum Schlag wird.

Hierfür habe ich keine positive Formulierung, weil man sich solche Sätze grundsätzlich sparen sollte.

Und als Emotionscoach: Emotionen sind immer für und nicht gegen uns, deswegen sollten sie auch unbedingt wahrgenommen werden. Hinter Ärger steckt das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit. Definitiv wichtig, oder?

Auch interessant:

„Geht’s dir nicht gut?“ (Du Opfer!)

Besser: „Ist alles in Ordnung?“

1.3 Das Wörtchen müssen

„Ich muss arbeiten, ich muss dies tun und das tun. Ich muss, muss, muss…“

Ächz, und je öfter ich diesen Satz wiederhole, desto schwerer fühle ich mich. Und ich dachte, ich würde jetzt endlich ein selbstbestimmtes Leben führen! Tja, nicht mit diesem Wörtchen.

Machen wir daraus lieber ein:

„Ich darf arbeiten, ich darf dies tun und das tun. Ich darf, darf, darf…“

Wow, bei dieser positiven Formulierung mache ich ja fast schon innerliche Freudensprünge!

Vielleicht verstehst du jetzt, warum Sprache so mächtig ist: Es geht nicht nur darum, was du mit deinen Worten bei anderen bewirken kannst, sondern vor allem auch bei dir selbst.

2. Beispiele für deine Selbstständigkeit

Auch in deinen Texten lohnen sich positive Formulierungen: Einfach schon, weil du deinen Leser*innen damit ein gutes Gefühl gibst und sie nicht erst nachdenken müssen.

2.1 Positive vs. negative Formulierungen

Beispiel:

Negativ: Nach der Yoga-Einheit hast du keine Rückenschmerzen mehr.

Positiv: Die Yoga-Einheit entspannt deinen Rücken.

Welcher Satz fühlt sich für Leser*innen mit Rückenschmerzen besser an, was denkst du?

Wenn ich Rückenschmerzen lese, fühle ich Rückenschmerzen. Lese ich entspannter Rücken, fühle ich den entspannten Rücken. Und sei es nur in meiner Vorstellung: Genau das ist mein angestrebter Zustand! Und deswegen fühle ich mich als Leserin hier abgeholt und verstanden.

Ein weiteres Beispiel:

Negativ: Noise Cancelling Kopfhörer sorgen dafür, dass du beim Arbeiten nicht mehr abgelenkt wirst.

Positiv: Noise Cancelling Kopfhörer helfen dir dabei, dass du hochkonzentriert arbeitest.

Und auch hier: Ich kann mir nicht vorstellen, nicht abgelenkt zu sein. Was soll mein Gehirn hier für ein Bild kreieren? Außer allerlei Ablenkungen. Hochkonzentriert ist dagegen ein Zustand, den ich mir sehr gut vorstellen kann und den ich mir wünsche.

Merke: Sag immer, was ist, und nicht, was nicht ist.

2.2 Stelle den Nutzen deines Angebots in den Vordergrund

Bei dem Beispiel mit dem Noice Cancelling Kopfhörern hast du gesehen, was der Vorteil ist: Hochkonzentriertes Arbeiten. Und genau das wollen deine Leser*innen wissen, wenn es um deine Dienstleistung oder dein Produkt geht. Was können sie damit erreichen?

Hast du dir schon eine Liste mit all deinen Vorteilen gemacht? Und sie in deine Texte integriert?

Das sind für deine Leser*innen die positivsten Formulierungen überhaupt: Weg vom Problem-Zustand hin zum Wunsch-Zustand.

Wenn du darauf deinen Fokus legst, zeigen deine Texte auch Wirkung.

Hier ein paar Text-Bausteine:

Damit kannst du leichter… (hochkonzentriert arbeiten)

Das hilft dir…

Damit verbesserst du…

Dadurch erhältst du…

Das ermöglicht dir…

Das vereinfacht dir…

Damit sparst du…

Das bedeutet für dich mehr…

Das heißt für dich mehr…

Das bringt dir…

Damit bekommst du…

Damit erreichst du…

Damit gewinnst du…

Dadurch gewinnst du…

Das erleichtert dir…

Sinnbild für positive Formulierungen

3. Beispiele für deine Kundenkommunikation

Im tagtäglichen Umgang mit meinen Kund*innen achte ich besonders auf meine Sprache. Mein Credo war hier von Anfang an: Ich möchte meinen Kund*innen ein gutes Gefühl geben und deswegen positive Formulierungen verwenden.

Statt „kein Problem“ sage ich lieber „Das machen wir, na klar!“ oder „Das mache ich gerne“ oder „Total gerne“

Merkst du den Unterschied? Mit den positiven Formulierungen verstärke ich das gute Gefühl sogar noch. Da ist richtig Energie und Tatendrang in meinen Worten.

Weitere Beispiele:

„Wenn du nichts dagegen hast“ → „Wenn du einverstanden bist“

„Das dauert nicht lange“ → „Das geht super schnell“

„Wenn du keine Fragen mehr hast“ → „Wenn soweit alles klar ist“

„Nicht schlecht“ → „Großartig“

„Das weiß ich nicht“ → „Gib mir einen Moment, ich mache mich da schlau/denke darüber nach und melde mich bei dir“

„Da hast du mich falsch verstanden“ → „Da habe ich mich unklar ausgedrückt“

4. Positiver formulieren

Vielleicht sagst du jetzt: Positiv formulieren klappt aber nicht immer. Das stimmt!

Positiver formulieren dagegen schon, ha! 😛

4.1 Verwende das Wörtchen „noch“

„Ich habe mein Ziel nicht erreicht → „Ich habe mein Ziel noch nicht erreicht“

„Ich kann das nicht → „Ich kann das noch nicht“

4.2 Verwende das Wörtchen „so“ oder „auf diese Weise“

„Das funktioniert nicht → „Das funktioniert so nicht / Das funktioniert auf diese Weise nicht / Ich finde eine andere Lösung“

4.3 Mach aus „Nein“ ein „Ja“

Ja, du hast richtig gelesen: Aus einem Nein lässt sich sehr wohl ein Ja machen. Das musst du jedoch individuell entscheiden.

Wenn eine Kundin zum Beispiel Extra-Wünsche hat: Sag unbedingt nein, wenn dein Bauchgefühl nein sagt. Wenn etwas jedoch möglich ist: Warum nicht die Chance ergreifen und vielleicht selbst etwas Neues dabei lernen?

So wurde ich von Kund*innen gefragt, ob ich nicht auch ein textliches Feedback anbieten könne. Das gehörte nicht zu meinem Angebot. Ich hätte also nein sagen können. Ich hab gedacht: Ach, mal was Neues, why not? Und mir überlegt, wie es für mich am besten passt.

Hier zwei Beispiele:

„Nein → „Ja, unter der Voraussetzung“

„Nein → „Ja, wenn es für dich in Ordnung ist, dass“

5. Streiche dieses Wort

Kleines Wort, große Wirkung: aber.

„Ich verstehe dich sehr gut, ABER…“

Und schwupps hat der vorangegangene Satzteil jedwede Wirkung verloren: Du verstehst mich überhaupt nicht. Alles nur Laber Rhabarber!

Spannend, wie wir selbst unsere eigenen Aussagen sofort ins Gegenteil verkehren können.

Und ja: Wertschätzende Kommunikation sieht anders aus.

Die Lösung: Statt „aber“ lieber „und“ verwenden.

Also:

„Ich verstehe dich sehr gut und ich möchte gerne noch hinzufügen…“

Zugegeben, das hier ist die schwierigste Übung von allen. Die meisten von uns sind begnadete Aber-Verwender*innen. Ich auch. Unser Ego will sich schließlich behaupten und recht behalten.

Die Frage ist nur: Was ist dir wichtiger? Ein cooles Miteinander auf Augenhöhe oder pedantische Rechthaberei, die nirgendwohin führt?

Außer, dass du dich unbeliebt machst. Im schlimmsten Fall bei deinen Kund*innen. Die dich nie wieder buchen und erst recht nicht weiterempfehlen.

Fazit und kleine Inspiration

Wenn du jetzt sagst: „Woah, so viel Input, wie verwirrend und kompliziert!“

Versuchs doch mal mit einer positiven Formulierung: „Woah, so viel Input, wie aufregend und facettenreich!“

Spürst du den Unterschied? Und ist das nicht unglaublich faszinierend?

Deswegen an dieser Stelle keine weiteren Erklärungen von mir, sondern ein paar Worte aus dem Talmud:

„Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.“

Eine letzte Frage habe ich noch an dich:

Was denkst du, wie positiv sind deine Formulierungen schon auf einer Skala von 1-10? 🙂

Und wenn du noch mehr Input haben möchtest: Emotional schreiben: 66 Text-Vorlagen, mit denen du Leser*innen gewinnst.

Über mich

Hi! Ich bin Miriam und als Textcoach unterstütze ich Selbstständige dabei, einzigartige Texte zu schreiben. Das heißt Texte mit Persönlichkeit. Weil es heute nicht mehr ausreicht, nur die Sprache der Kund*innen zu sprechen.

Das kann die Konkurrenz schließlich auch.

Nur wenn du dich selbst zeigst und deinen eigenen Stil entwickelst, kannst du die richtigen Menschen anziehen und für dein Angebot gewinnen.

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