fbpx

5 sofort umsetzbare Tipps für mehr Emotionen in deinen Texten

20 Sep 2020 | 2 Kommentare

Je mehr sich deine Leser*innen in deinen Texten angesprochen fühlen, desto mehr ziehst du sie auf ihre Seite. Und ich spreche hier nicht von irgendwelchen manipulativen Taktiken, sondern von ehrlichem Interesse. Dazu musst du keine übertriebenen Worte finden, die sowieso niemand glaubt. Aber was du tun kannst: Mehr Emotionen in deine Texte bringen.

Schau einmal zurück in deine Vergangenheit: Woran erinnerst du dich? Wahrscheinlich an Momente und was du dabei gefühlt hast. Genauso verhält es sich mit deinen Texten: Fakten allein reichen nicht aus. Du überzeugst, wenn deine Texte Gefühle transportieren.

Denn an diese werden sich deine Leser*innen erinnern. Nicht an die Fakten, die sie auch bei deiner Konkurrenz vorfinden. Und außerdem: Wir kaufen keine Produkte oder Dienstleistungen, sondern Wünsche, Träume, Erlebnisse.

In diesem Beitrag zeige ich dir 5 konkrete Tipps, mit denen du deinen Leser*innen in deinen Texten ein gutes Gefühl gibst.

1. Weniger „ich“ und mehr „du“

Falls du dich jetzt fragst: Ein Du sorgt für mehr Emotionen in Texten? Ja, denn wer sich angesprochen fühlt, der oder die liest weiter. Wir sind das Zentrum unserer kleinen Welt und ob wir dazu stehen oder nicht, aber: Wir wünschen uns Aufmerksamkeit.

Diesen Punkt habe ich in meinem Blog schon öfters erwähnt. Vielen fällt es allerdings schwer weniger ich- und mehr nutzer-zentriert zu schreiben.

Deswegen hier ein paar konkrete Beispiele:

„Ich zeige dir“ → „Du erfährst/lernst“

„Ich biete dir“ → „Du bekommst“

„Ich sende dir“ → „Du erhältst“

„Mein Angebot“ → „Dein Weg zu Wunsch benennen

„Ich bin Expert*in“ → „Mit meiner Expertise kannst du“

Niemand interessiert sich für deine Meinung

Und ganz schlimm:

„Ich bin der Überzeugung“ → „Wusstest du“

Mal im Ernst: Wer bist du denn? Eine Autorität, die über die Grenzen hinweg bekannt ist? Okay, dann kannst und solltest du unbedingt von deiner Überzeugung sprechen. Andernfalls empfehle ich dir dringend davon Abstand zu nehmen. Klugscheißer*innen gewinnen einfach nicht unser Herz. (Ausnahme: Es geht nicht um deine Expertise, sondern um deine innere Überzeugungen und damit deine Werte. Großer Unterschied!) 

Verwandle deine Überzeugung lieber in ein „Wusstest du“.

Deine Leser bekommen hier entweder einen Quick-win von dir oder sie werden in ihrem Wissen bestätigt: Beides gibt ihnen ein gutes Gefühl. Weil du auf Augenhöhe kommunizierst und mit deinen Leser*innen interagierst.

Auch damit zeigst du Persönlichkeit: Wer selbst in den Hintergrund tritt, zeigt, dass er oder sie für andere da ist.

Mach deinen Leser*innen ein Kompliment

Wenn du Fragen stellst in deinen Website-Texten: Beantworte sie auch mal mit „Richtig!“. Damit suggerierst du, dass deine Leser*innen schlau sind und sorgst für mehr Emotionen in deinen Texten.

Hier ein Beispiel von mir:

„Was wollen deine Leser*innen definitv NICHT? Richtig, etwas verpassen.“

Du siehst: Es ist gar nicht so schwer, ein Gespräch auf deiner Website zu führen.

Übrigens heißt das jetzt nicht, dass du gar kein „Ich“ mehr in deinen Texten verwenden sollst. Um Autorität aufzubauen, musst du natürlich auch von dir sprechen. Aber starte immer bei deinen Leser*innen.

2. Verwandle Negatives in Positives

Vielleicht hast du schon mal in einem älteren Waggon der Bahn gesessen. Dort steht an den Fenstern: „Bitte nicht hinauslehnen.“

Das Problem: Wir stellen uns das sofort bildlich vor.

Das ist wie „Denk jetzt mal nicht an einen lila Elefanten“. Natürlich denken wir sofort daran.

  1. Unsere rechte Gehirnhälfte denkt in Bildern
  2. Unser Gehirn kann Verneinungen nicht schnell genug verarbeiten

Heute steht in Zügen deswegen: „Fenster geschlossen halten.“

Großer Unterschied, oder?

Hier ein paar Beispiele für deine Texte:

„Kein Problem“ → „Das ist leicht/einfach“ oder „Das mache ich gerne.“

„Stressfrei“ → „Entspannt“

„Ohne Risiko“ → „Das ist sicher.“

Das gilt auch im Alltag

„Du bist nicht hässlich.“ → „Du bist wunderschön.“

„Ich habe keine Angst“ → „Ich bin mutig.“

„Ich mache mir Sorgen“ → „Ich sorge dafür, dass“

An solchen Gegenüberstellungen siehst du, wie mächtig Sprache ist und welche Auswirkungen sie auf uns hat, ohne dass wir uns dessen vielleicht bewusst sind.

3. Lass die Zukunft schon Gegenwart sein

Ganz oft lese ich Texte, die eine wunderbare Zukunft ausmalen. Nur: Die wird dadurch nicht greifbarer. Schreibst du allerdings in der Gegenwart, dann ist die Zukunft bereits eingetroffen. Dann ist die Lösung des Problems oder des Bedürfnisses schon da. Und das sorgt für mehr Emotionen in deinen Texten.

Hier zwei Beispiele:

„Ich werde dir helfen“ → „Ich helfe dir“

„Du wirst entdecken“ → „Du entdeckst“

Sinnbild für mehr Emotionen in Texten

4. Schaffe Momente der Identifikation

Gibst du deinen Leser*innen die Möglichkeit, dass sie sich in deinen Texten wiederfinden? Sie nur anzusprechen reicht nicht aus.

Meine Kund*innen sagen mir oft, dass sie sich durch meine Posts und Blogbeiträge angesprochen gefühlt haben, weil ich zum Beispiel genau die Fehler aufzähle, die sie selbst in ihren Website-Texten machen.

Wie gut kennst du die Lebenswirklichkeit deiner Leser*innen und spiegelt sich diese in deinen Texten wider?

Be careful: Was du schreibst, ziehst du an

Überlege dir genau, welche Menschen du anziehen möchtest. Wenn du deine Leser*innen fragst, ob sie verzweifelt sind: Dann ziehst du auch die Verzweifelten an. Ich zum Beispiel möchte keine verzweifelten Kund*innen.

„Du verdienst mehr Sichtbarkeit.“ hatte zum Beispiel Jessica Roussel auf ihrer Startseite stehen. In meinem Vorher-Nachher-Beitrag habe ich darüber schon einmal geschrieben. Mit dem Wort „verdienen“ ziehen wir Nögler*innen an. Eine Person, die ihr Leben proaktiv selbst gestaltet und in die Hand nimmt, wird niemals sagen: „Ich verdiene mehr im Leben“.

Wie du deine Texte überprüfen kannst

Hier ein paar Fragen, die dir zeigen, ob du deinen Leser*innen in deinen Website-Texten ein gutes Gefühl gibst:

  • Finden sie auf deiner Seite die Lösung für ihr Problem oder Bedürfnis?
  • Fühlen sie sich verstanden, wenn sie deine Texte lesen?
  • Wie glaubwürdig ist das, was du schreibst?
  • Und wie glaubwürdig bist du selbst für deine Leser*innen?
  • Sind deine Worte authentisch oder aufgeblasen?
  • Und ganz wichtig: Wie einfach ist der Weg zur Problemlösung für deine Leser*innen?

Wer Hunger hat, kann nicht klar denken: Mach es deinen Leser*innen so einfach wie möglich.

5. Weg von 0815 hin zu deiner Einzigartigkeit

Ganz oft höre ich: „Alle in meiner Branche schreiben dasselbe. Das ist so langweilig.“

Aber meine Kund*innen wissen dann auch nicht, wie sie es selbst besser machen können. Oder ganz konkret: Wie sie ihre Texte lebendiger und damit emotionaler gestalten.

Zum Beispiel ist das Wort „authentisch“ im Marketing mittlerweile sehr ausgelutscht. Die Lösung: Suche mit einem Synonym Lexikon wie Woxikon oder OpenThesaurus nach Synonymen.

Mir fallen spontan diese Synonyme zu authentisch ein:

Echt, originell, ehrlich, aufrichtig, vertrauenswürdig, glaubwürdig, zutreffend, wahrheitsgetreu.

Mehr Emotionen in Texten gelingen dir, wenn du aufgeschlossen und bereit für ein paar Experimente bist. Für ein erstes Brainstorming kannst du zum Beispiel das ABC durchgehen und für jeden Buchstaben ein positives Adjektiv heraussuchen, dass dein Angebot beschreibt. Je mehr Wörter du findest, desto besser. Welche fühlen sich für dich richtig an? Geh einmal alle durch.

Spielend leicht neue Wörter finden

Sagen wir, ich möchte die Nummer EINS sein, was Website-Texte angeht. Und weil „Eins“ mit E anfängt, suche ich mir jetzt alle möglichen Adjektive mit diesem Buchstaben: Echt, ehrlich, einfühlsam, empfehlenswert, erstklassig, exklusiv, emotional, einzigartig, exzellent, eloquent.

Alles Wörter, mit denen ich mich identifizieren kann. Und ja: Wenn ich selbst nicht von mir denke, dass ich erstklassig bin, werden meine Leser*innen das auch nicht denken. ?

Das Spiel könnte ich jetzt fortführen mit I, N und S: Intelligent, neuartig und smart fallen mir da direkt ein.

Mein ultimativer Geheimtipp

Mach’s dir leicht! Nur wenn du Spaß beim Texten hast, kannst du erstklassige Texte schreiben. Deswegen bin ich ein großer Fan von assoziativem Denken: Verknüpfe vorhandenes Wissen mit neuen Ideen und Einfällen. Schreiben heißt auch dich selbst neu zu entdecken und deinen Horizont zu erweitern.

Finde heraus, wer du bist: Mit Wörtern, die zu dir passen

Meinen Kund*innen empfehle ich manchmal eine Schlagwort-Wolke. Damit sie für ihr Business immer eine greifbare Liste haben, an der sie ansetzen können, wenn sie einen Text schreiben.

Zum Einstieg empfehle ich dir eine Adjektivliste. Zum Beispiel die von Wortwuchs. Dort kannst du dir all die positiven Adjektive herauspicken, bei denen du in Resonanz gehst.

Fazit

Seit ein paar Tagen schwirrt mir „I put a spell on you“ von Nina Simone in meinem Kopf herum. Vor allem diese Zeile:

„I put a spell on you because you’re mine“

„Ich habe dich verzaubert, weil du mir gehörst“

Und auch du verzauberst deine Leser*innen, wenn du Emotionen in deine Texte bringst. Damit das passiert: Wir möchten uns mit Menschen verbinden, bei denen wir uns wohlfühlen.

Das zeigst du, indem du Texte auf Augenhöhe schreibst und Wörter verwendest, die deiner Persönlichkeit entsprechen. Wir möchten uns mit unserem Problem oder Bedürfnis vertrauensvoll in die Hände von jemandem, der oder die:

  1. Das nötige Know-how hat
  2. Uns persönlich anspricht (in den Texten und dann auch im übertragenen Sinne)

In diesem Sinne: Ganz viel Spaß beim Verzaubern mit emotionalen Texten!

Über mich

Hi! Ich bin Miriam und als Textcoach unterstütze ich Selbstständige dabei, einzigartige Texte zu schreiben. Das heißt Texte mit Persönlichkeit. Weil es heute nicht mehr ausreicht, nur die Sprache der Kund*innen zu sprechen.

Das kann die Konkurrenz schließlich auch.

Nur wenn du dich selbst zeigst und deinen eigenen Stil entwickelst, kannst du die richtigen Menschen anziehen und für dein Angebot gewinnen.

Sinnbild für Vorlage für deine Startseite

Kommentare

2 Kommentare
  1. Ralph

    Wieder ein sehr informativer und gleichzeitig inspirierender Beitrag. Danke!

    Antworten
    • Miriam Risse

      Hallo Ralph,
      vielen Dank für dein Feedback und viel Spaß beim Umsetzen! 🙂

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest