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Meine 5 größten Learnings nach 8 Monaten Selbstständigkeit

Inhalt

Mein Weg in die Selbstständigkeit: Erfahre was in dieser Zeit meine 5 größten Learnings gewesen sind und wie ich Rückschläge betrachte.

Vor einem Jahr um diese Zeit habe ich als Texterin in einer beschissenen Agentur in einer beschissenen Kleinstadt gearbeitet. Niemand dort redete mit mir. Ich sei für die Kolleg*innen zu intellektuell, meinte der Geschäftsführer. Der einzige in dem Laden, der mich unterstützte und mit dem ich zusammenarbeitete.

Ich weiß noch ganz genau, was für ein Elend das war, morgens aufzustehen und dorthin zu gehen. Das war aber nichts Neues für mich: So ging es mir immer, in jedem Job seit meinem abgebrochenen Master-Studium. Länger als ein Jahr habe ich es nie irgendwo ausgehalten. Mein Spitzenrekord liegt bei 3 Tagen.

Und nein, ich hatte nie Angst davor all diese Jobs zu kündigen und dann nicht zu wissen, wie es weitergeht. Binnen kürzester Zeit hatte ich immer einen neuen gefunden: Weil ich das wollte. Mein Wille ist schon immer stärker gewesen als Hulk Hogan zu seinen Glanzzeiten.

Lebensmüde als Angestellte

In dieser Agentur vor einem Jahr hatte es bereits Klick gemacht: Ich muss mich selbstständig machen. Das ist die Lösung. Denn obwohl ich das Spiel des Job-Hoppings perfekt beherrschte: Es war unglaublich anstrengend. Dazu kamen noch die Depressionen, die mich seit meinen Teenager-Tagen begleiteten.

Das schlimmste aber war diese Energielosigkeit, die mich zugrunde richtete und die niemand in meinem Umfeld nachvollziehen konnte.

Und wenn ich das schreibe, schießen mir die Tränen in die Augen: Weil ich in all diesen Jahren keinen Ausweg gesehen habe. Immer Nein zu sagen, ist kräftezehrend. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe: Ich hatte das Gefühl bei lebendigem Leibe begraben zu sein und als Zombie durch die Welt zu wandeln.

Hätte mir jemand gesagt…

Dass mein Leben in einem Jahr, also heute, so aussehen würde:

  • Du bist voll selbstständig und gewinnst jeden Monat neue Kund*innen
  • Nicht nur irgendwelche Kund*innen, sondern Traumkund*innen
  • Für ein Angebot, das mittlerweile über 1.000 € kostet
  • Und das ohne die geringste Kaltakquise
  • Du bist Textcoach, obwohl du nicht die geringste Coaching-Erfahrung hast und du kannst das so gut, dass die Leute begeistert von dir sind und dich weiterempfehlen
  • Und weil das noch nicht reicht, hast du erfolgreich eine dreiteilige Workshop-Serie inklusive Facebook-Gruppe hingelegt (obwohl du nicht die geringste Ahnung von Workshops hast)
  • Und weil das auch noch nicht reicht, hast du noch eine Weiterbildung zum Emotionscoach gemacht und hilfst anderen Selbstständigen, ihre emotionalen Blockaden zu lösen

Ja, also hätte mir das jemand vor 1 Jahr gesagt (oder vor 8 Monaten als ich meine Selbstständigkeit angemeldet habe): Dann hätte ich laut losgelacht und der Person einen Vogel gezeigt.

Denn: Woher sollte ich bitte die Energie für all das nehmen?

Und so wurde meine vermeintliche Schwäche, mich nicht anpassen zu können, in meiner Selbstständigkeit zu meiner Stärke. Endlich ich selbst sein zu können, hat mich vor Energie förmlich explodieren lassen.

Hier sind 5 meiner wichtigsten Learnings aus 8 Monaten Selbstständigkeit:

1. Mach dein Ding & scheiß auf andere

Ich hatte keine Ahnung von Instagram: Ich wusste nur, dass ich hierüber schnell Kund*innen gewinnen könnte. Natürlich habe ich mir andere Accounts angeschaut und beobachtet und ziemlich schnell festgestellt: Das langweilt mich. Ich kann das nicht so machen wie die.

Und wieder war da dieses Gefühl des Fremdseins: Es gibt nur einen Weg, entschied ich, den mit meiner Persönlichkeit All-In zu gehen.

Und hiermit lüfte ich ein großes Geheimnis: Ich habe zum Start in die Selbstständigkeit keine Wunschkundin definiert. Die einzige Zielgruppe, die ich grob umrissen hatte: Solo-Selbständige.

Das mag arrogant klingen, aber: Ich wusste, dass ich automatisch die richtigen Menschen anziehe, wenn ich einfach nur ich selbst bin. Und so ist es.

Ich muss nicht von allen gemocht werden

Was ich schon immer gut konnte: Polarisieren. Es gibt Leute, die feiern mich, und genauso sehr gibt es Leute, die mich nicht ausstehen können. Das war schon immer so. Letzere sind mir egal. Und unter uns gesagt: Wenn die mich dann näher kennenlernen, finden die mich plötzlich doch ganz cool. Und vertrauen mir sofort ihre ganze Lebensgeschichte an.

Die Frage ist: Hab ich eine Haltung, für die ich einstehe? Kann ich sagen, wenn mir etwas gefällt? Und kann ich auch sagen, wenn mir etwas nicht gefällt?

Oder anderer Gedanke: Sticht eine Person hervor, die es wie alle anderen macht?

Vielleicht bist du jetzt versucht die Frage zu verneinen.

Ich bejahe sie und sage, das ist definitiv möglich und sogar wahrscheinlich. Etliche große Accounts auf Instagram beweisen das. Die Erklärung dafür ist simpel: Gleich und gleich gesellt sich gern. (Ich sage ja gerne etwas halb-ironisch: Die Herde kennt keine Würde.)

Was ich dir damit sagen will: Du musst nicht dein eigenes Ding machen, wenn das nicht dein Ding ist.

Mein Ding ist es auf jeden Fall: Weil ich dann auch Menschen anziehe, die ein größeres Bewusstsein haben und die ihre Persönlichkeit zu ihrem Alleinstellungsmerkmal machen möchten.

Selbstbewusstsein ist anziehend

Eine Strategie auf Instagram lautet: Kommentiere fleißig bei großen Accounts, um Aufmerksamkeit zu generieren. Das habe ich einmal gemacht und gedacht: Nie wieder. Diese Strategie ist einfach nicht ehrlich, das Interesse nur geheuchelt.

Meine Strategie lautet dagegen: Ich habe die geilste Persönlichkeit weit und breit (Achtung: Humor ist einer meiner Kernwerte) und deswegen ziehe ich die richtigen Menschen an.

Ich muss nicht bei anderen Accounts hausieren gehen. Und wer Bock hat, Teil meiner Community zu sein, wird eine Menge von mir bekommen: Mein Content geht derart in die Tiefe, damit meine Follower so viel wie möglich mitnehmen können.

Stichwort: Selbsterfüllende Prophezeiung

Nach wenigen Wochen hatte ich über Instagram meine erste Kundin gewonnen, die fast 1.000 € im Voraus zahlte. Unser Erstgespräch werde ich nie vergessen. Wie sie sagte: „Wenn du mir nicht helfen kannst, kann mir niemand helfen“. Das berührt mich heute noch!

Zu dem Zeitpunkt hatte ich lediglich mit 3 Testkundinnen gearbeitet, um mein Angebot zu überprüfen. Ich hatte nicht die geringste Coaching-Erfahrung. Vor einem Jahr wusste ich noch nicht mal, dass so etwas überhaupt existiert. Kein Witz.

Dieser ersten Kundin werde ich mich für den Rest meines Lebens verbunden fühlen: Sie hat mir vertraut, obwohl ich nichts vorzuweisen hatte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich unter 300 Follower. Und wenige Tage danach hatte ich zwei weitere Kundinnen.

Natürlich hatte ich dann auch die Überlegung (nicht Zweifel!): War das jetzt einfach nur ein glücklicklicher Zufall? Dann habe ich weitere Kundinnen gewonnen. Und so weiter. Bis heute. Also nein: Kein glücklicher Zufall. Ich hab’s einfach drauf, so sieht’s aus.

Persönlichkeit gewinnt

Das alles hat nur geklappt, weil ich an mich und meine Einzigartigkeit geglaubt habe. Die wir übrigens alle in uns tragen.

Nietzsche schrieb:

„Werde, der du bist.“

Damit meine ich nicht, dass du erst jemand werden musst. Ich spreche hier von all deinen Anlagen, mit denen du auf die Welt gekommen bist. Und auf die die Gesellschaft dann Einfluss genommen hat. Und zwar nicht im positiven Sinne.

Fakt ist ja: Nur die wenigsten haben den Mut, sie selbst zu werden.

Übrigens, bin ja ehemalige Texterin: In dem Wörtchen „werden“ steckt „erden“ drin.

Ich habe das Gefühl zum ersten Mal in meinem Leben festen Boden unter meinen Füßen zu haben, sicher zu sein, und das obwohl die Selbstständigkeit doch so unsicher ist. Verrückt, oder? Die Perspektive ist eben alles.

Kund*innen gewinnen: Auf meine Weise

Noch eine kleine Inspiration bzgl. „Mach dein Ding“: Ich zeige mich nie in den Storys. Ich habe das am Anfang ausprobiert und es hat mir keinen Spaß gemacht. Trotzdem bin ich sichtbar geworden. Trotzdem gewinne ich Kund*innen. Lass dir also nichts von irgendwelchen Marketing-Gurus erzählen. Es gibt nicht den einen Weg, den alle gehen, es gibt nur deinen Weg.

Jemand fragte ich mich, was mir in der Anfangsphase geholfen hat: Das unerschütterliche Vertrauen in mich selbst. Das habe ich schon sehr früh entwickelt: Jedes Nein, so anstrengend es auch gewesen ist, war ein Ja für mich selbst.

Wir alle kennen diese Momente, in denen es einfach läuft. Das sind Momente, in denen wir ganz bei uns selbst sind. Wir müssen dann nicht nachdenken, wir sind einfach nur. Diese Momente haben wir, wenn wir auf unsere Fähigkeiten vertrauen. Und sind das nicht die besten Momente?

Vielleicht kennst du den Spruch:

„Glück ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung.“

(Und das sage ich als jemand, die sehr lange auf der anderen Seite des Lebens gestanden hat.)

2. Ein Netzwerk aufbauen

Die Selbstständigkeit war für mich eine Blackbox: Ich kannte niemanden, der oder die selbstständig ist. Schon gar nicht online. Ich schaute mir Accounts auf Instagram an, die mir gefielen, mit denen ich interagierte und so lernte ich langsam andere Selbstständige kennen, mit denen ich mich vernetzte.

Zwei Accounts, die wie ich noch am Anfang standen, fielen mir ganz besonders auf: Das waren Cara Lynn Schubert (Instagram Expertin und Kundin meines Website-Checks) und Jessica Roussel (Content Expertin und Kundin meines Textcoachings).

Und so initiierte ich eine Mastermind mit den beiden. Weil wir alle drei einen eigenen Kopf und zugleich ähnliche Ziele haben.

Selbstständigkeit als Selbstfindungstrip

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, einen Platz in dieser Welt zu haben (weil ich ihn mir nach meinen eigenen Vorstellungen kreierte) und mit den richtigen Menschen zusammen zu sein.

Deswegen: Spring über deinen Schatten und geh proaktiv auf die Leute zu. Vernetz dich. Tausch dich aus. Nichts ist wertvoller! Ich liebe es, andere zu empfehlen. Und ich liebe es auch, mir Hilfe zu holen. Und am liebsten von Kolleg*innen, mit denen ich vernetzt bin. Für mich ist das eine Art großer Business-Familie.

Zu den Leuten, die ich in dieser Anfangszeit kennengelernt habe, habe ich heute eine ganz besondere Verbindung: Weil sie mich schon unterstützten, als ich von meiner Reichweite her noch unsichtbar gewesen bin.

Und deswegen unterstütze ich auch so gerne kleine Accounts, in denen ich Potenzial sehe: Weil ich das Gefühl kenne, unsichtbar zu sein. Und noch mehr: Weil diese Accounts eine neue Sichtweise und Herangehensweise mitbringen.

Und damit sind wir schon beim nächsten Learning in meiner Selbstständigkeit:

3. Dranbleiben

Ich glaube, so geht es online sehr vielen am Anfang: Es interessiert sich erst einmal niemand für dich, nur weil du jetzt auf der Bildfläche erschienen bist. Und das ist ein scheiß Gefühl, ganz klar.

Dabei wissen wir doch ganz genau, wie Menschen funktionieren. Die Leute wollen wissen: „Was hab ich davon, dass du jetzt hier bist?“

Wenn ich oben geschrieben habe, ich bin die geilste Persönlichkeit: Das ist natürlich nur ein Aspekt. Der andere ist noch viel wichtiger, zumindest am Anfang: Mehrwert zu bieten, echten Mehrwert.

Deswegen heißt es am Anfang vor allem: Ausprobieren, liefern und dranbleiben.

Ich hatte am Anfang kein System: Wie auch? Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung von Instagram. Binnen weniger Wochen lief es dann. Das merkte ich auch daran, dass mir plötzlich große Accounts folgten (und die ersten Copycats auf der Matte standen). Irgendetwas schien ich richtig (vielleicht auch: anders) zu machen.

Lass dich also nicht davon verunsichern, wenn sich am Anfang gefühlt niemand für dich interessiert.

Die Kunst ist: TROTZDEM weiterzumachen.

Ich zitiere aus einem meiner Lieblingsgedichte „Eine Fratze“:

„Dreimal »Trotzdem« zu sagen, dreimal in die Hände zu spucken wie ein alter Soldat, und dann weiter ziehen, unsere Straße fort, Wolken des Westwindes gleich, dem Unbekannten zu.“

Georg Heym

Und daraus ergibt sich gleich ein weiteres Learning:

Sinnbild für Learnings in der Selbstständigkeit

4. Fokus ist kein Hokuspokus

Als ich im März wegen eines neuen Jobs zusammen mit meinem Partner nach Dresden gezogen bin, sind wir in unsere bisher teuerste Wohnung gezogen. Es war mitten in der Corona-Krise und nach einer Woche im Büro, war ich im Homeoffice.

Das funktionierte auch ganz wunderbar: Ich war erstmals in einem Unternehmen, das mir gefiel, inklusive der Kolleg*innen. Wir standen im ständigen Austausch, obwohl wir alle von zuhause aus arbeiteten. Ich fühlte mich wirklich wohl.

Das Problem: Im Kopf war ich bereits selbstständig. Im April machte ich mich erst einmal nebenberuflich selbstständig. Nur auf dem Papier, nicht in Wirklichkeit. Das dauerte noch ein paar Wochen.

In Unsicherheit steckt ganz viel Sicherheit

Ich mag keine halben Sachen, fühlte mich deswegen blockiert und so stand ich vor der Entscheidung: Jetzt mein gerade erst neu begonnenes Leben hinzuschmeißen, um selbstständig zu werden? Keine Sicherheit mehr zu haben, die Rechnungen bezahlen zu können? Alleine kann mein Partner das nicht stemmen (mal davon abgesehen, dass ich das nicht gewollt hätte).

Fun Fact: So habe ich aber gar nicht gedacht, haha!

Stattdessen war ich fest entschlossen: Ich will das jetzt, auf geht’s ins Abenteuer Selbstständigkeit!

Vielleicht kennst du folgendes Zitat aus der Quantenphysik:

„Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Hätte ich meinen Fokus auf Angst und Zweifel gerichtet, wo hätte mich das hingeführt?

Wie ich mit Selbstzweifeln umgehe

Ich kenne Selbstständige, die von einem Strudel voller Selbstzweifel regelrecht fortgerissen werden. Und das ist so schade!

Auch ich habe hin und wieder Selbstzweifel. Aber, wenn ich ehrlich bin, fühlen die sich bei mir wie ein Relikt aus einer Vergangenheit an, die lange hinter mir liegt. Damals als ich als Heranwachsende einem System ausgeliefert gewesen bin, das uns vor allem klein halten will.

Deswegen ist die erste Frage, die du dir stellen solltest: Sind das wirklich deine eigenen Selbstzweifel? Oder kommen die woanders her?

Und dann: Identifiziere dich nicht mit deinen Selbstzweifeln, sondern hinterfrage sie. Was wollen die von mir? Mich beschützen? Danke, aber ich schaffe das. Deine Zeit verschwenden und dich klein halten? Nein danke, das lasse ich nicht zu.

Fokussiere dich auf deine Stärken

Konzentriere dich darauf, was du schon geschafft hast. Und sag mir nicht, dass du noch nichts geschafft hast!

Sieh mich an: Morgens aufzustehen, war für mich in meinen schwer depressiven Zeiten schon der ultimative Siegeszug! Darauf habe ich meine Aufmerksamkeit gerichtet. Nicht darauf, was ich alles nicht geschafft habe.

Das Ding ist: Wir machen uns oft nicht bewusst, was wir schon erreicht oder geschafft haben. Wir konzentrieren uns lieber auf unsere Schwächen und Fehler.

Ein weiterer Tipp: Führe ein Erfolgstagebuch

Hat mir sehr geholfen! Wie oft ich denke: Boah, ich komme null voran. Dann gucke ich in mein Tagebuch und sehe: Okay, stimmt gar nicht. Düdüm.

Sorg dafür, dass du deine Stärken mindestens genauso schnell wie deine Schwächen aufzählen kannst. Denn es sind deine Stärken, mit denen du über dich hinauswächst.

Das klingt hart, aber: Du allein entscheidest, was du mit diesen Selbstzweifeln machst. Lässt du dich auf sie ein, nimmst du die Opfer-Rolle ein und übernimmst keine Verantwortung für dein Leben.

Einfach mal machen

Natürlich dachte ich bei meinen Workshops auch kurz: Scheiße, kann ich das? Ich hab das doch noch nie gemacht! Und dann dachte ich sehr schnell: Wieso denn nicht? Meine Kund*innen haben die Workshops schließlich gebucht, weil sie von mir überzeugt sind.

Nach dem ersten Workshop bin ich durch die Wohnung gehüpft, weil das so viel Spaß gemacht hat, und ich dachte: Krass, was ich alles kann! Ich hatte ja gar keine Ahnung, was ich alles kann! Die Weltherrschaft gehört mir!

Eine Kundin sagte dann auch, das sei der beste Workshop des Jahres gewesen. Warum also zweifeln, bevor ich es überhaupt ausprobiert habe?

Weil ich hier richtig bin

Und übrigens: Ich habe nie gedacht, wie soll ich denn anderen Selbstständigen etwas beibringen, die sind doch schon viel länger als ich selbstständig? Ich habe mich immer total selbstverständlich ebenbürtig gefühlt. Warum denn auch nicht? Ich hatte schon Kundinnen, die über 20 Jahre selbstständig sind – und trotzdem sind sie zu mir Anfängerin gekommen.

Du kannst dich infrage stellen und dich geißeln: Genau das strahlst du dann aber auch aus.

Seit ich selbstständig bin, denke ich: Woah, wie spannend! Wo ist die nächste Herausforderung! Und reibe mir voller Vorfreude die Hände. Zum ersten Mal fühle ich mich von der Zukunft angezogen. Und ich kann dir sagen: Ich habe durchaus große Pläne.

Also noch einmal:

„Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Worauf richtest du deine Aufmerksamkeit? Was sind deine Ziele? Was ist deine Vision?

Dann zeigt sich auch der Weg.

5. Perfektionismus aufgeben

Die beste Art und Weise loszulegen, ist immer es einfach zu tun. Und dann sukzessive Anpassungen vorzunehmen.

Meine erste Website (inklusive der Texte!) war definitiv nicht schön. Ich habe das Glück einen Partner zu haben, der sich für mich in Webdesign eingearbeitet hat. Und mir meine Seite ganz nach meinen Vorstellungen gestaltet hat.

Hätte ich aber erst gewartet, bis ich damit zufrieden gewesen wäre: Dann wäre ich vielleicht immer noch nicht selbstständig.

Am Anfang kennt dich eh niemand

Ich hab mich auch überhaupt nicht mit Farben und Schriftarten beschäftigt: Es sollte einfach nur SCHNELL gehen. Ich wollte SOFORT loslegen. Klar, ist ein perfektes Design geil. Überzeugen jedoch tust du immer mit deinen Inhalten: Konzentriere dich am Anfang lieber darauf.

Unter uns gesagt: Ich kann meine Farben nicht mehr sehen, weil die mich und meinen Anspruch nicht widerspiegeln. Die Schriften, das Design und auch mein Logo gefallen mir nicht.

Ich bin ein sehr ästhetischer Mensch. Und mein Branding spiegelt das null wider.

Trotzdem (du weißt ja jetzt, das ist eines meiner Lieblingswörter): Am Anfang war mir das egal. Geld verdienen war mir wichtiger.

Das Wissen kommt erst mit der Zeit

Ich hätte zu Beginn auch nicht sagen können, was mein perfekter Look sein könnte: Ich kannte mich selbst ja noch gar nicht in meiner Rolle als Selbstständige.

Erst jetzt hat sich herauskristallisiert, was ich will, was ich für ein Lebensgefühl vermitteln möchte. Und ich kann dir sagen: Weil meine Ansprüche so hoch sind, wird das jetzt definitiv etwas Zeit in Anspruch nehmen. Na und? Soll ich mich jetzt deswegen stressen?

Schluss mit der Selbstsabotage

Anderes Beispiel, nehmen wir Instagram: Bei meinen ersten Storys dachte ich auch, oh Gott, was hast du da geschrieben, schnell wieder löschen. Dann hab ich tief durchgeatmet und mir gesagt: Egal. Raus ist raus. Ich verschwende meine Energie nicht mit Gedanken, die mich nur aufhalten.

Und auch diesen Blogbeitrag haue ich unperfekt raus. Morgen früh werde ich ihn nochmal auf Fehler überprüfen, das wars. Ist schließlich kein Literatur-Wettbewerb.

Was ich dir damit sagen will: Sei authentisch, nicht perfekt. Das ist ein riesengroßer Unterschied.

Also ich möchte nahbar sein. Und du?

Fazit & wie ich mit Rückschlägen umgehe

Schätze das ist mein bislang längster Blogbeitrag. Und ich könnte dir jetzt noch 5 weitere Learnings aufzählen. Vielleicht ein anderes Mal.

Jedenfalls: Das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen & Learnings. Die müssen nicht auf dich zutreffen. Wir sind alle Individuen und ich oktroyiere niemandem meine Erfahrungen auf. Vielleicht ist aber ein wertvoller Impuls für dich dabei gewesen. Das würde mich natürlich freuen.

Rückschläge sind Wegweiser

Ich kann in diesen wenigen Monaten von keinem nennenswerten Rückschlag berichten. Nur eine unschöne Erfahrung kommt mir da in den Sinn: Ich hatte mir von jemandem Hilfe geholt. Ich nenne jetzt bewusst keine Branche, weil ich niemanden schlecht machen will.

Jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass mein Vertrauen missbraucht worden ist. Das hat mir dann auch ein paar Tage echt Bauchschmerzen bereitet. Dann hab ich eine Entscheidung getroffen und die Zusammenarbeit sofort beendet.

Soll ich jetzt daraus mitnehmen, Menschen keinen Vertrauensvorschuss mehr zu geben?

Nein, das wäre gegen meine Werte. Und das hat mich immer an so vielen Unternehmen gestört: Du bist jetzt in der Probezeit und du musst dich erstmal beweisen. So eine Arroganz! Dabei hat sich der Arbeitsmarkt unlängst in einen Bewerbermarkt verwandelt.

Was ich davon mitnehme: Es war eine scheiß Erfahrung, aber ich habe sehr schnell gehandelt. Und es hat mir gezeigt, wer ich als Mensch sein möchte. Vertrauen ist und bleibt bei mir eine Grundvoraussetzung.

Ohne Rückschläge auch kein Erfolg

Ich weiß, dass es immer wieder Rückschläge geben wird. Ist das nicht das Gesetz der Polarität?

Ich muss da immer an die Herzschrift auf einem Elektrokardiogramm denken: Da geht’s hoch und runter, hoch und runter. Und unser Herz ist doch das Leben schlechthin. Dieses Bild finde ich sehr schön. Und tröstlich. Denn nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Niemand weiß das so gut wie unser Herz.

Wenn wir also wissen, dass diese Rückschläge kommen und damit meine ich wirklich wissen, nicht ausblenden und verdrängen: Dann stellt sich nur die Frage, wie wir diesen begegnen. Und ich habe die Einstellung: Rückschläge sind Wegweiser, siehe mein kleines Beispiel oben. Oder, was meinst du?

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11 Antworten

  1. Liebe Miriam, vielen Dank für diesen sehr persönlichen und tiefgründigen Artikel! Für mich sind ganz viele Momente dabei, wo ich mich wiedererkannt habe. Meistens eher auf der Seite der Unsicherheit, Zweifel und Selbstsabotage. ? Aber auch, dass ich das unbedingt will und dass ich den Biss und das Vertrauen habe, dass es funktionieren wird. Danke dir für die Einblicke! Liebe Grüße Laura

    1. Danke, Laura, für deinen Kommentar! Und es ist etwas Gutes, wenn du dich darin wiedererkennen konntest: Dann hast du schon ein Bewusstsein darüber und das ist immer der erste Schritt in Richtung Veränderung! Und ich glaube, dass dieses Vertrauen in uns selbst, haben wir das erstmal gefunden und stärken wir es immer wieder, die Basis für ein glückliches und erfülltes Leben ist. Was kann uns dann noch passieren? Ich bin sogar der Überzeugung, dass dann ALLES möglich ist! 🙂

  2. Wow was ein genialer Beitrag! Hab ihn mir jetzt schon drei Mal durchgelesen und werde es bestimmt noch ein paar Mal tun. Macht mir unheimlich Mut! Mir sind sogar die Tränen gekommen, mega wie emotional du schreibst!

    1. Liebe Tina, ich danke dir so sehr für dein Feedback: Mir bedeutet das wirklich viel. Ich dachte sehr lange, ein Fremdling in dieser Welt zu sein, hier nicht hinzugehören. Und Tränen sind etwas Gutes. Die hatte ich auch beim Schreiben! 🙂

  3. Sehr inspirierend und ermutigend. Genau da stehe ich gerade – am Anfang. Deine Worte helfen dabei loszulassen und „einfach“ mal zu machen ✊️

    1. Oh ja, mach das unbedingt. Du wirst feststellen, dass du genau dahin gehst, wo du deine Aufmerksamkeit hinrichtest. Das ist manchmal schwierig, aber wenn du weißt, warum du das tust, was du tust, ist das eine sehr große Hilfe. Ganz viel Erfolg beim Machen! 🙂

  4. Liebe Miriam, vielen Dank für deinen Klartext und dann auch noch so persönlich. Du bist wirklich immer wieder eine Inspiration.
    Allein dein Webinar „Website-Texte schreiben, an dem ich im letzten Jahr teilgenommen habe, bringt mir ständig neue Impulse für alles Mögliche.

    1. Oh Ane!!! So schön von dir zu lesen… Danke für dein Feedback. Das mit der Inspiration kann ich nur zurückgeben: Wenn jemand seine Einzigartigkeit lebt, dann definitiv du!

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Über mich

Hi! Ich bin Miriam und als Textcoach unterstütze ich Selbstständige dabei, einzigartige Texte zu schreiben. Das heißt Texte mit Persönlichkeit. Weil es heute nicht mehr ausreicht, nur die Sprache der Kund*innen zu sprechen.

Das kann die Konkurrenz schließlich auch.

Nur wenn du dich selbst zeigst und deinen eigenen Stil entwickelst, kannst du die richtigen Menschen anziehen und für dein Angebot gewinnen.

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