Wusstest du, dass es verschiedene Lesetypen gibt? Deswegen ist es wichtig, dass deine Texte online besonders lesefreundlich gestaltet sind. Ich stelle dir in diesem Beitrag die drei verschiedenen Lesetypen vor und zeige dir, wie du deine Webtexte so nutzerfreundlich wie möglich gestalten kannst.

Es ist doch auch so: Je länger die Verweildauer auf deiner Website, desto besser für dein Google Ranking. Ist dein Text schlecht lesbar, sind auch deine Leser*innen ganz schnell wieder weg. Kleben sie jedoch förmlich an deinem Text, merken sich auch die Suchmaschinen: Ah, hier scheint etwas interessant zu sein.

Und das Beste: Die hier vorgestellten Tipps kannst du mit Leichtigkeit umsetzen. Wahrscheinlich machst du bereits vieles intuitiv richtig.

Die 3 verschiedenen Lesetypen

Scimmer

Scimmer überfliegen deinen Text und lesen weniger als 25 % deiner Inhalte. Damit deine Texte für diesen Lesetyp gut lesbar sind, achte auf folgendes:

  • Anfang und Ende
  • Überschriften
  • Fettmarkierungen
  • Bilder
  • Links

Scanner

Scanner suchen nach relevanten Informationen und lesen weniger als 50 % deines Textes. Auf deiner Website lesen sie:

  • Dasselbe wie Scimmer, und:
  • Absatz-Anfänge
  • Listen wie diese Bullet Points hier
  • Schlüsselbegriffe

Leser*innen

Leser*innen lesen 100 % deiner Texte, sowohl deine Inhalte als auch das Bildmaterial. Ziel sollte es sein, die Scimmer und Scanner in Leser*innen zu verwandeln.

Nachfolgend zeige ich dir, wie du deine Texte so lesefreundlich gestaltest, dass alle drei Lesetypen gerne auf deiner Website bleiben und deinen Text lesen. Aber: Natürlich zählt vor allem der Inhalt. Diese Tipps helfen dir nur, dass deine wertvollen Inhalte auch gelesen werden. Sie täuschen aber nicht über schlechte Texte hinweg. Sorry! 😛

1. Eine Hauptüberschrift

Du hast eine Hauptüberschrift (H1), die nur einmal pro Webseite (= eine Unterseite deiner Website) vorkommt.

2. Regelmäßige Zwischenüberschriften

Du machst regelmäßig Zwischenüberschriften, die deinen Text auflockern und hierarchisch strukturiert sind (H2-H6). Idealerweise folgt alle 2-3 Absätze eine Zwischenüberschrift. Achte darauf, dass sowohl deine Hauptüberschrift als auch deine Zwischenüberschriften größer sind als dein Fließtext.

Ich sehe oft, dass sich die Zwischenüberschriften kaum merklich vom Fließtext abheben. Das ist aber wichtig: Diese visuelle Hierarchie sorgt dafür, dass sich deine Leser*innen schneller und besser orientieren können. Kontraste machen das Lesen und Überfliegen gleich viel angenehmer: Schau dir diesen Blogbeitrag an, dann weißt du, was ich meine. Ist er gut lesbar? 😉

Zum Thema Überschriften habe ich auch schon einen Beitrag verfasst, da diese auf deiner Website anders funktionieren als beispielsweise im Blog.

3. Absätze

Dein Fließtext ist als Absatz formatiert: Du machst etwa alle 150 Wörter einen Absatz und bietest deinen Leser*innen immer nur Texthäppchen. Behalte dabei immer die mobile Ansicht im Kopf: Lieber mehr Absätze als zu wenige.

4. Bullet Points

Für Aufzählungen verwendest du 3-7 Bullet Points. Nicht mehr, sonst wird es zu unübersichtlich und deine Leser*innen fühlen sich erschlagen.

5. Zahlen

Für nummerierte Aufzählungen verwendest du Zahlen. Zum Beispiel “5 Tipps” statt “fünf Tipps”. Mach es immer so einfach wie möglich für deine Leser*innen.

6. Textbreite

Deine Texte werden auf dem Desktop nicht in voller Breite angezeigt. Stell dir vor, wie die Augen sonst von ganz links bis nach ganz rechts lesen müssten. Ein eeeeewig langer Weg für die Augen, viel zu mühselig!

7. Fettmarkierungen

Wichtiges ist fett markiert, zum Beispiel Keywords und Schlüsselbegriffe. Ich markiere auch gerne ganze Sätze. In diesem Blogbeitrag habe ich zum Beispiel ausnahmsweise nichts fett markiert, weil die jeweiligen Punkte schon recht kurz sind.

8. Schriftarten

Im Fließtext verwendest du eine sans-serifen Schriftart (also eine Schrift ohne Serifen und damit ohne Schnörkel). Bei Überschriften wäre eine Schriftart mit Serifen dagegen denkbar: Weil diese eine gewisse Größe haben und damit lesbarer sind. Bei Google Fonts findest du viele verschiedene Schriftarten zur Inspiration.

Noch ein Tipp: Verwende nur zwei verschiedene Schriftarten, damit es übersichtlich bleibt. Eine für deine Überschriften und eine für deinen Fließtext.

Bei Überschriften sind neuerdings Schreibschriften sehr gefragt: So schön verspielt die Schrift auch sein mag, deine Leser*innen sollten den Inhalt immer sofort ohne Nachdenken erfassen können. Leider sehe ich oft das Gegenteil. Oder die Schriften überlappen sich: Solcher Schnickschnack arbeitet nicht für dich.

9. Textanordnung

Deine Texte sind NICHT zentriert, denn das wäre 1. nicht lesefreundlich und 2. befindest du dich nicht auf einem Gedichtwettbewerb. Das Problem hierbei ist: Die Augen müssen immer wieder den Textanfang suchen, das strengt an. Dein Text sollte für die ultimative Lesefreundlichkeit unbedingt linksbündig sein.

10. Einfache, kurze Sätze

Du verwendest einfache Wörter und kurze Sätze. Wenn du zu längeren Sätzen tendierst: Mach mehrere daraus.

Mit dem Flesch-Index kannst du zum Beispiel überprüfen, wie leicht dein Text zu lesen ist. Bei diesem Tool liegt der Fokus auf kürzeren Wörtern und kürzeren Sätzen. Je geringer der Flesch-Wert ausfällt, desto komplizierter ist dein Text.

Denk auch daran, wie Bandwurmsätze auf der mobilen Ansicht aussehen: Ist der Satz sehr lang nimmt er auf dem kleinen Bildschirm gleich den ganzen Platz ein. Du musst so einen Satz nur mal laut vorlesen und du wirst feststellen, dass dir währenddessen die Puste flöten geht. Und genauso geht es dann auch unserem Gehirn.

11. Zeilenabstand

Auch unterschätzt: Der Zeilenabstand. Je nach Schriftart sollte dieser idealerweise zwischen 1,4 und 1,8 em liegen. Wörter und Sätze brauchen auf dem Bildschirm Raum, damit wir sie aufnehmen können. Denk einmal an eine voll gestellte Wohnung: Die totale Reizüberflutung. Und genau dasselbe ist es, wenn die Buchstaben zu nah beieinander liegen.

12. Schriftgröße

Dein Fließtext ist je nach Schriftart zwischen 14-16 Pixel groß. Gerade auf dem Bildschirm brauchen unsere Augen eine gewisse Schriftgröße, damit das Lesen leicht fällt.

13. Reduzierte Einheitlichkeit

Nichts ist so wichtig wie reduzierte Einheitlichkeit: Stell dir vor, ich würde hier in meinem Blogbeitrag auch noch auf Kursivschrift und unterstrichene Wörter zurückgreifen. Halleluja! Zu viele Betonungen sorgen für Verwirrung. Also belasse es unbedingt auf die wenigen Punkte, die ich dir hier aufgelistet habe.

14. Bilder und Grafiken

Wenn möglich: Verwende Bilder und Grafiken, die für Abwechslung sorgen. Du weißt ja: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und auf einer Grafik lassen sich Inhalte oft viel leichter präsentieren als in einem langatmigen Text.

15. Leerräume

Um zu überprüfen, wie angenehm deine Texte sich lesen lassen, achte einmal auf die Leerräume des gesamten Bildschirms. Auch „White Space“ genannt. Gibt es davon genug? Wenn nicht, geh diese Punkte hier durch: Was davon könntest du noch mehr umsetzen?

Fazit

Du siehst: All diese Punkte machen es Scannern und Scimmern so einfach wie möglich, deine Texte zu überfliegen und trotzdem die wichtigsten Inhalte aufzunehmen. Je mehr Anhaltspunkte, an denen sich die Augen orientieren können, desto besser. Dann macht auch das Lesen auch viel mehr Spaß!

Merke: Deine Texte sollten nie so gestaltet sein wie ein gedrucktes Buch. Diese Monotonie ist auf dem Bildschirm einfach viel zu anstrengend. So ein Textblock erschlägt deine Leser*innen einfach nur. Sorgst du jedoch für genügend Abwechslung und Auflockerungen, werden aus den Scannern und Scimmern im Idealfall sogar richtige Leserinnen. Und schließlich Kund*innen.

Und wenn du jetzt noch ganz konkret an deinen Texten arbeiten möchtest, findest du in meinem Blogbeitrag “22 + 1 schnelle Schreibtipps für deine Webtexte” die nötigen Tipps und Tricks dafür.